1.000 Menschen demonstrieren in Köln gegen Rassismus – weniger als erwartet
Hans-Theo Kuhl1.000 Menschen demonstrieren in Köln gegen Rassismus – weniger als erwartet
Mehr als tausend Menschen gingen am Samstag in Köln auf die Straße, um gegen Rassismus zu protestieren. Die Demonstration fand anlässlich des Internationalen Tags zur Beseitigung der Rassendiskriminierung statt und wurde vom Bündnis "Köln nimmt Stellung" organisiert. Die Teilnehmerzahl blieb mit etwas über 1.000 Personen jedoch deutlich hinter den Erwartungen der Polizei zurück, die mit bis zu 10.000 Demonstranten gerechnet hatte.
Der Marsch startete am Südermannplatz, wo die Protestierenden bunte Fahnen und Schilder mit Parolen wie "Herz statt Hass" trugen. Von dort aus zog die Menge entlang des Hohenzollernrings in Richtung Rudolfplatz, wo eine Abschlusskundgebung stattfand. Ein Höhepunkt war ein satirischer Wagen des Künstlers Jacques Tilly, der für seine Protestkunst gegen die rechtspopulistische AfD bekannt ist.
Die Veranstaltung reiht sich in eine wachsende Bewegung in Köln ein: In den vergangenen fünf Jahren haben antirassistische Demonstrationen kontinuierlich an Zulauf gewonnen. Während 2021 noch rund 2.000 Menschen teilnahmen, stiegen die Zahlen bis 2024 auf über 10.000. Besonders große Kundgebungen gab es 2022 mit 8.000 Teilnehmenden bei "Refugees Welcome" und 2023 mit 12.000 bei Protesten im Rahmen der Black-Lives-Matter-Bewegung. Dabei verschob sich der Fokus von Flüchtlingsthemen hin zu breiteren Anliegen wie Antidiskriminierung und Polizeigewalt.
Mehrere lokale Initiativen hatten im Vorfeld zur Teilnahme aufgerufen. Trotz der geringeren als erwarteten Beteiligung verlief der Protest friedlich. Die Organisatoren betonten die Solidarität gegen Rassismus und rechtsextreme Politik.
Die Demonstration endete mit einer Kundgebung nahe dem Rudolfplatz, bei der Reden gehalten und Protestkunst präsentiert wurden. Auch wenn die Teilnehmerzahl hinter den Prognosen zurückblieb, knüpfte die Veranstaltung an Kölns Tradition großer antirassistischer Proteste an. Organisatoren und Teilnehmende nutzten die Plattform, um sich gegen Diskriminierung auszusprechen und die Politik der AfD zu kritisieren.






