12 Gigawatt neue Kraftwerke: Wie Deutschland die Energiewende beschleunigt
Horst Fischer12 Gigawatt neue Kraftwerke: Wie Deutschland die Energiewende beschleunigt
Deutschland treibt den Bau neuer, klimaneutraler Kraftwerke mit einer Leistung von 12 Gigawatt voran. Die Bundesregierung plant, diese Kapazitäten bundesweit zu verteilen – allein Nordrhein-Westfalen soll fünf Gigawatt erhalten, genug, um stillgelegte Kohlekraftwerke zu ersetzen. Die von Wirtschaftsministerin Katharina Reiche vorangetriebene Strategie setzt auf Kraftwerke, die später auf Wasserstoff umgestellt werden können.
In Bergkamen treibt Steag-Iqony die Pläne für ein modernes Kraftwerk neben dem bestehenden Kohlekraftwerk voran. Das Unternehmen hat bereits Gespräche mit den lokalen Behörden geführt, Umweltverträglichkeitsprüfungen eingeleitet und wichtige Komponenten gesichert. Obwohl das Kohlekraftwerk als Reserveanlage weiterhin in Volllast läuft, unterstützt Werksleiter Thorsten Koch die Energiewende und den schrittweisen Ausstieg aus der Kohle.
Der Standort Bergkamen ist im Auswahlverfahren gut positioniert, dank seiner starken Energieinfrastruktur. Ein sogenannter "Süd-Bonus" in den Vergaberichtlinien begünstigt Regionen wie Nordrhein-Westfalen, das aufgrund des hohen Bedarfs als Teil des "netztechnischen Südens" eingestuft wird. Steag-Iqony wartet nun auf die finalen Vergabekriterien von Bundesregierung, bevor es sein Angebot einreicht.
In der Nähe planen auch Konkurrenten wie RWE, Uniper und die kommunale Energiegruppe Trianel neue Kraftwerke. Allein zwischen Bergkamen und Hamm werden bereits drei Projekte diskutiert. Die Bundesregierung setzt weiterhin auf allgemeine Förderprogramme, darunter Subventionen für Solarenergie und Ausschreibungen für Kraftwerke, statt gezielt einzelne Unternehmen zu unterstützen.
Die neuen Kraftwerke sollen Deutschlands Übergang von der Kohle sichern und gleichzeitig die Energieversorgung garantieren. Das geplante Kraftwerk in Bergkamen, das später auf Wasserstoff umgerüstet werden könnte, steht exemplarisch für den Wandel hin zu flexibler, klimafreundlicher Stromerzeugung. Die endgültigen Entscheidungen über Fördermittel und Standortvergaben hängen von den noch ausstehenden Kriterien der Bundesregierung ab.