22 March 2026, 00:14

152 Castor-Behälter mit Atommüll rollen von Jülich nach Ahaus – trotz Proteste und ohne Endlager-Lösung

Ein Mann in einem weißen Anzug trägt einen gelben Eimer mit einem radioaktiven Symbol, während er von maskierten Personen umgeben ist, die Taschen halten, mit Gebäuden, Flaggen und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

152 Castor-Behälter mit Atommüll rollen von Jülich nach Ahaus – trotz Proteste und ohne Endlager-Lösung

Deutschland bereitet Transport von 152 Castor-Behältern mit Atommüll von Jülich nach Ahaus vor

Nächste Woche soll in Deutschland der Transport von 152 Castor-Behältern mit hochradioaktivem Abfall von Jülich nach Ahaus beginnen. Die Entscheidung folgt auf jahrelange juristische Auseinandersetzungen und Proteste von Aktivisten. Trotz des Widerstands werden die ersten Lieferungen bald unter strengen Sicherheitsvorkehrungen auf den Weg gebracht.

Der Atommüll stammt aus einem Versuchsreaktor, der 1988 abgeschaltet wurde. Seit 2013 lagert er in Jülich – ohne gültige Genehmigung für eine langfristige Aufbewahrung. Dies machte eine rasche Lösung notwendig.

Das Forschungszentrum Jülich weigert sich, den Müll länger zu behalten. Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg im März 2026 hatte das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) die Verbringung bereits im August 2025 genehmigt. Die 152 Behälter werden einzeln mit speziellen Schwerlasttransportern bewegt, wobei Routen und Zeitpläne aus Sicherheitsgründen geheim gehalten werden.

Ziel ist ein Zwischenlager in Ahaus, dessen Genehmigung jedoch 2036 ausläuft. Lokale Aktivisten und die Stadt hatten versucht, die Transporte zu blockieren, scheiterten damit aber vor Gericht. Deutschland verfügt nach wie vor über keine dauerhafte Lösung für die Endlagerung – ein Endlager wird frühestens in den 2070er Jahren erwartet.

Unterdessen hat die Debatte über Kernenergie neue Fahrt aufgenommen. Europäische Spitzenpolitiker wie Ursula von der Leyen und Emmanuel Macron setzen sich für neue Reaktortechnologien ein. Kleine modulare Reaktoren (SMR) stehen zur Diskussion, obwohl noch keiner in Betrieb ist und ihre langfristige Machbarkeit ungewiss bleibt.

Die ersten Atommülltransporte markieren den Beginn eines langwierigen Prozesses – mehr als 50 einzelne Fahrten sind geplant. Das Zwischenlager in Ahaus bleibt eine Übergangslösung, während Deutschlands Atommüll-Problem über Jahrzehnte ungelöst bleibt. Rechtliche und politische Streitigkeiten über die Entsorgung werden die Diskussion um die Energiezukunft des Landes weiter begleiten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle