17 January 2026, 17:00

AfD-Jugend in NRW: Machtkampf um rechtsextreme Vorherrschaft eskaliert

Eine Karte Deutschlands aus dem 19. Jahrhundert, die die politischen Teilungen zeigt.

AfD-Jugend in NRW: Machtkampf um rechtsextreme Vorherrschaft eskaliert

In der rechtspopulistischen AfD zeichnet sich ein neuer interner Machtkampf ab: Die neu gegründete Jugendorganisation Generation Deutschland (GD) steht in Nordrhein-Westfalen (NRW) vor einer entscheidenden Vorstandswahl. Über 300 junge Mitglieder treffen sich in Iserlohn, um den Landesvorsitz zu bestimmen – doch hinter den Kandidaten stehen verfeindete Flügel, die mit extremistischen Positionen sympathisieren. Das Ergebnis könnte die Spaltung der Partei vertiefen und ihre künftige Ausrichtung prägen.

Die GD wurde als direkter Nachfolger der Jungen Alternative gegründet, der früheren AfD-Jugendorganisation, die nach einer Einstufung als "gesichert rechtsextrem" durch das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) aufgelöst worden war. Im Gegensatz zu ihrem Vorgänger ist die neue GD nun ausschließlich AfD-Mitgliedern vorbehalten – ein Versuch, die Kontrolle über den Nachwuchs strenger zu regieren.

Zwei gegnerische Lager kämpfen um Einfluss auf die Wahl. Auf der einen Seite steht Martin Vincentz, der aktuelle Landesvorsitzende der AfD in NRW, der mit Manuel Krauthausen einen Kandidaten unterstützt, der offen antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet und sich für eine "Massenremigration" ausgesprochen hat. Auf der anderen Seite fördert der rechtsextreme Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich den 24-jährigen Luca Hofrath, der Verbindungen zur identitären Bewegung unterhält und als Schlüsselfigur in Helferichs "patriotischem" Lager gilt.

Helferich selbst war wegen ethnonationalistischer Positionen zeitweise aus der AfD ausgeschlossen worden, kämpft jedoch gegen den Ausschluss an und bleibt vorerst Parteimitglied. Sollte sein Flügel die GD in NRW unter seine Kontrolle bringen, könnte dies Vincentz’ Position schwächen – besonders mit Blick auf seine geplante Wiederwahl im März 2026. Die Abstimmung in Iserlohn am Samstag, den 17. Januar 2026, wird zeigen, welches Lager die Oberhand gewinnt. Ein offizielles Ergebnis steht bisher noch aus.

Die Vorstandswahl offenbart die tiefen ideologischen Gräben innerhalb der AfD-Jugend. Ein Sieg von Helferichs Lager würde eine weitere Radikalisierung der Partei signalisieren, während Vincentz’ Anhänger versuchen, ihren Einfluss zu behaupten. Das Ergebnis wird voraussichtlich die internen Machtkämpfe der AfD prägen – und damit auch ihre politische Strategie in den kommenden Jahren.