AfD-Schiedsgericht kippt Suspendierung von Tim Schramm und rügt Landesvorstand
Horst FischerAfD-Schiedsgericht kippt Suspendierung von Tim Schramm und rügt Landesvorstand
Tim Schramm, Mitglied der Alternative für Deutschland (AfD), hat nach einer zweiten Suspendierung seine Mitgliedsrechte zurückerhalten. Das Landesschiedsgericht der Partei hob die Entscheidung auf und kritisierte den Landesvorstand scharf für sein Vorgehen in dem Fall. Der Streit wirft ein Schlaglicht auf die anhaltenden inneren Spannungen innerhalb der AfD.
Schramm war erstmals suspendiert worden, als ihm der Landesvorstand die Mitgliedsrechte entzog. Dies folgte auf frühere Konflikte, darunter seine Kritik an Jean-Pascal Hohm, dem Vorsitzenden des AfD-Jugendverbandes Generation Deutschland. Schramm warf Hohm vor, gegen das Bekenntnis der Partei zur Rechtsstaatlichkeit verstoßen zu haben – ein Vorwurf, der Ende 2025 im Rahmen interner Streitigkeiten aufkam.
Das Schiedsgericht urteilte, der Landesvorstand habe seine Befugnisse missbraucht und Schramm notwendige Informationen vorenthalten. Es war nicht das erste Mal, dass Schramm mit der Parteiführung aneinandergeriet: Bereits zuvor hatte ein internes Gericht seine beabsichtigte Ausschließung wegen seines Kampfeinsatzes in der Ukraine blockiert, ein Schritt, dem Teile der Partei widersprachen.
Schramm hatte zudem Bedenken hinsichtlich des Ansehens der AfD geäußert, insbesondere im Zusammenhang mit den Handlungen des Europaabgeordneten Hans Neuhoff. Die aktuelle Entscheidung des Schiedsgerichts zwingt den Landesvorstand nun, seine Herangehensweise an interne Disziplinarverfahren zu überdenken.
Die Wiederherstellung von Schramm's Mitgliedsrechten stellt eine klare Rüge für das Verhalten des Landesvorstands dar. Gleichzeitig verdeutlicht sie tiefere Gräben innerhalb der AfD in Fragen von Führung, Disziplin und öffentlicher Wahrnehmung. Die Intervention des Schiedsgerichts könnte präzedenzwirksam für die künftige Behandlung interner Konflikte sein.