17 February 2026, 18:28

Alarmierende Studie: Giftige Chemikalien aus Sonnencreme in Kinderurin nachgewiesen

Ein Plakat mit der Aufschrift "Ein Handbuch zur Detektion von Giften durch Medizinalchemie" mit einem zentralen Bild eines mit Flüssigkeit gefüllten Kolben, umgeben von anderen Kolben und Reagenzgläsern.

Umweltbehörde: Schädliche Substanz in Urin von fast allen Kindern gefunden - Alarmierende Studie: Giftige Chemikalien aus Sonnencreme in Kinderurin nachgewiesen

Eine aktuelle Studie des Umweltbundesamts (UBA) sorgt für Besorgnis: In Kinderurin wurden bedenkliche Mengen eines fortpflanzungsschädigenden Giftstoffs nachgewiesen. Wie Tests aus dem Jahr 2025 zeigen, enthielten 92 Prozent der Proben MnHexP – einen schädlichen Chemikalienstoff, der mit Sonnencreme in Verbindung gebracht wird. Die Ergebnisse überraschten selbst Fachleute, darunter UBA-Präsident Dirk Messner, der die Befunde als "unerwartet" bezeichnete.

Für die Untersuchung hatte das UBA 2025 insgesamt 259 Urinproben von Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 17 Jahren analysiert. Bei zwei Probanden wurden besonders hohe MnHexP-Werte gemessen – 83 bzw. 107 Mikrogramm pro Liter –, die damit deutlich über dem UBA-Referenzwert von 60 Mikrogramm lagen. Die Substanz, ein Abbauprodukt von DnHexP, lässt sich auf einen UV-Filter in Sonnencremes zurückführen: Diethylamino-Hydroxybenzoyl-Hexyl-Benzoat (DHHB), das während der Herstellung DnHexP bilden kann.

Das UBA warnt, dass DnHexP nicht der einzige fortpflanzungsschädliche Stoff ist, dem junge Menschen ausgesetzt sind. Die kombinierte Belastung durch solche Chemikalien übersteige häufig die als sicher geltenden Aufnahmegrenzen. Trotz der alarmierenden Erkenntnisse treten verschärfte EU-Grenzwerte für DnHexP in Sonnencremes mit DHHB erst im Januar 2027 in Kraft.

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Erstmals aufgetaucht war das Problem vor zwei Jahren, als das UBA in Urinproben mehrerer Personen Spuren desselben gefährlichen Weichmachers nachwies. Schnell kristallisierte sich Sonnencreme als Hauptquelle der Belastung heraus.

Die Studie unterstreicht die anhaltende Exposition von Kindern mit fortpflanzungsschädlichen Substanzen – die gemessenen MnHexP-Werte im Urin geben besonders Anlass zur Sorge. Zwar sind regulatorische Anpassungen geplant, doch greifen diese erst 2027. Das UBA beobachtet die Entwicklung weiter, während die gesundheitlichen Bedenken in der Bevölkerung wachsen.