Albaniens zerrissene Zukunft zwischen MEK, Kushner und EU-Kritik an Korruption
Horst FischerAlbaniens zerrissene Zukunft zwischen MEK, Kushner und EU-Kritik an Korruption
Albanien, ein kleines Balkanland an der Adria, steht derzeit im internationalen Fokus. Selten im Rampenlicht, sieht sich das Land nun mit politischen, ökologischen und diplomatischen Herausforderungen konfrontiert.
Die EU hat wiederholt Bedenken wegen Korruption und einer schwachen Rechtsstaatlichkeit in Albanien geäußert. Obwohl das Land 2014 den Kandidatenstatus erhielt, stockt der Reformprozess aufgrund dieser anhaltenden Probleme.
Albanien beherbergt zudem Tausende Mitglieder der Mujahedin-e-Chalq (MEK), einer iranischen Exilgruppe, die sich gegen das Regime in Teheran stellt. Ministerpräsident Edi Rama unterstützt die MEK öffentlich und wirft dem Iran vor, in Albanien Proteste und Cyberangriffe zu schüren.
Kürzlich sorgten Demonstrationen auf einer albanischen Insel weltweit für Schlagzeilen. Aktivisten schwenkten pinkfarbene Flamingo-Ausschnitte, um gegen ein geplantes Luxusresort zu protestieren. Das Projekt, das mit Jared Kushner, dem Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, in Verbindung gebracht wird, gefährdet das Vjosa-Narta-Delta, Europas ersten Nationalpark für Wildflüsse.
Kushners Investmentfirma Affinity Partners strebt eine Stärkung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten an. Albanien passt in Israels Strategie, durch Bündnisse mit nicht-arabischen Ländern diplomatische Isolation zu überwinden. Die albanische Regierung verlieh einem mit Kushner verbundenen Unternehmen den Status eines „strategischen Investors“ – und ermöglichte ihm damit, Umweltprüfungen zu umgehen.
Der Streit um das Resort verdeutlicht den Konflikt zwischen Wirtschaftswachstum und Naturschutz. Albaniens politische Verbindungen zur MEK und zu ausländischen Investoren erschweren die Lage zusätzlich. Die EU-Sorgen um Governance bleiben derweil ungelöst.






