30 March 2026, 06:13

Altersarmut in Deutschland: Warum selbst Vollzeitjobs keine sichere Rente garantieren

Cartoon of a distressed man sitting on the ground holding a stick next to a concerned woman, with a wall featuring text in the background.

Altersarmut in Deutschland: Warum selbst Vollzeitjobs keine sichere Rente garantieren

Deutschlands Rentensystem setzt Millionen dem Risiko von Altersarmut aus – trotz Vollbeschäftigung

Neue Zahlen zeigen, dass selbst langjährige Mindestlohnempfänger im Ruhestand finanzielle Not leiden. Ab 2026 könnte eine Anhebung der Minijob-Grenze etwas Entlastung bringen – doch Experten warnen, dass tiefgreifendere Reformen nötig sind.

Aktuell sind 1,28 Millionen Menschen in Deutschland auf die Grundsicherung im Alter angewiesen, weil ihre Rente nicht ausreicht. Davon können 764.000 Senioren – ein Rekordwert – ihre grundlegenden Lebenshaltungskosten nicht decken. Die Armutsgrenze für eine Einzelperson liegt mittlerweile bei 1.446 Euro monatlich, doch ein Rentner, der 45 Jahre lang zum Mindestlohn gearbeitet hat, erhält netto nur 1.150 Euro. Selbst wer 2.750 Euro im Monat verdient, ist künftig von Altersarmut bedroht – in dieser Einkommensgruppe arbeiten 4,6 Millionen Vollzeitbeschäftigte.

Die gesetzliche Rente ersetzt heute nur noch 53 Prozent des Bruttoeinkommens bei Über-65-Jährigen, deutlich weniger als in der Vergangenheit. Besonders betroffen sind Alleinerziehende, Single-Haushalte und Senioren über 65. Gleichzeitig leben 13 Millionen Menschen – 15,5 Prozent der Bevölkerung – unter der Armutsgrenze, die seit 2020 von 1.300 auf 1.378 Euro gestiegen ist. Die Inflation hat die Lage zusätzlich verschärft.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Experten betonen, wie wichtig private Altersvorsorge ist, um die Lücken zu schließen. Ein Bruttomonatsgehalt von etwa 3.300 Euro wäre nötig, um eine Rente oberhalb der Armutsgrenze zu sichern. Auch Renteninformationen können Einzelnen helfen, besser zu planen – doch die strukturellen Probleme bleiben bestehen.

Die geplante Erhöhung der Minijob-Grenze ab 2026 ermöglicht es Rentnern zwar, mehr hinzuverdienen, ohne Leistungen zu verlieren. Doch mit 9,2 Millionen Vollzeitbeschäftigten, die weniger als 3.500 Euro verdienen, bleibt das Risiko der Altersarmut bestehen. Ohne weitere Maßnahmen könnten Millionen Menschen trotz jahrzehntelanger Erwerbstätigkeit weiterhin um ihre Existenz kämpfen.

Quelle