04 March 2026, 19:51

André Fuhrs Kampf um Comeback nach Skandal in der Handball-Bundesliga

Mann in der Luft mit einem Handball, mit einer Gruppe von Menschen und einem Banner mit Text im Hintergrund.

André Fuhrs Kampf um Comeback nach Skandal in der Handball-Bundesliga

André Fuhr, einst ein angesehener Handballtrainer, sieht sich seit Jahren mit beruflicher Ächtung konfrontiert – ausgelöst durch schwere Vorwürfe wegen Fehlverhaltens. Der Skandal brach 2022 offen aus, als Der Spiegel über psychische Misshandlung, Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung während seiner Zeit bei Borussia Dortmund berichtete. Obwohl es nie zu einer Anklage kam, beschreibt Fuhr die Folgen als verheerend und zutiefst ungerecht.

Die Kontroverse begann bereits 2018, als die ehemaligen Nationalspielerinnen Mia Zschocke und Amelie Berger Fuhr schweres Fehlverhalten vorwarfen. Die Vorwürfe gewannen 2022 erneut an Brisanz, als Der Spiegel einen detaillierten Enthüllungsbericht über seine Trainingsmethoden bei Borussia Dortmund veröffentlichte. Der Artikel löste weitere Anschuldigungen von Spielerinnen aus, die unter seiner Führung psychische Schäden erlitten haben wollen.

Fuhr trat kurz nach Bekanntwerden des Skandals als Trainer von Borussia Dortmund zurück. Zudem verlor er seinen Posten als Bundestrainer der deutschen Junioren-Nationalmannschaft. Der Deutsche Handballbund (DHB) einigte sich später in einem Mediationsverfahren mit ihm, woraufhin das Verfahren offiziell eingestellt wurde.

Seither kämpft Fuhr um seinen beruflichen Neuanfang. Nach dem Rückzug von Borussia Dortmund aus der 1. Bundesliga 2022 übernahm er für die Saison 2022/23 die zweite Mannschaft der SG Flensburg-Handewitt in der 2. Bundesliga. Es folgte ein zweijähriges Engagement beim Zweitligisten TSV Bayer Dormagen, bevor er Anfang 2026 zur HSG Wetzlar wechselte. Trotz dieser Stationen behauptet er, der Skandal habe ihn ohne berechtigten Grund wie einen Gewaltverbrecher stigmatisiert.

In einem Interview mit Sport Bild 2024 bezeichnete Fuhr die Situation als "völlig surreal". Er hinterfragte die Verhältnismäßigkeit der öffentlichen Reaktion und äußerte Zweifel, jemals in den Profi-Handball zurückkehren zu können.

Stand 2026 trainiert Fuhr weiterhin in der 2. Bundesliga, doch seine Zukunft als Coach bleibt ungewiss. Zwar beendete die Einigung mit dem DHB das offizielle Verfahren, doch die Vorwürfe werfen weiterhin einen Schatten auf seine Karriere. Ohne juristische Verurteilung argumentiert er, die anhaltende gesellschaftliche Ächtung sei unverhältnismäßig und existenzbedrohend.

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