16 March 2026, 16:17

Anke Engelke als Zugbegleiterin: Wie die Bahn ihr Praktikum zur PR-Falle machte

Ein altes Buchdeckblatt mit einer Zugzeichnung, Text 'Reglamento de Conductor' und einem Stempel auf der rechten Seite.

Anke Engelke als Zugbegleiterin: Wie die Bahn ihr Praktikum zur PR-Falle machte

Komikerin und Schauspielerin Anke Engelke hat kürzlich eine ungewöhnliche Rolle übernommen: Sie arbeitete als Zugbegleiterin bei der Deutschen Bahn. Während eines Praktikums drehte sie eine zehnteilige Webserie über den Alltag der Bahnmitarbeitenden. Das Projekt stieß jedoch auf Kritik und wurde nach einer Reihe von Vorfällen und betrieblichen Problemen des Unternehmens eingestellt.

Engelke ist seit langem eine häufige Bahnreisende und trägt dabei stets eine Maske, um sich und andere zu schützen. Oft erlebt sie dabei Freundlichkeit von Mitreisenden – möglicherweise, weil sie erkannt wird. Ihre Neugier auf verschiedene Berufe veranlasste sie, der Deutschen Bahn ihre Unterstützung anzubieten. Dort arbeitete sie in der Logistik und sogar als Zugbegleiterin.

Während ihrer Zeit beim Unternehmen erhielt sie Schulungen zum Umgang mit schwierigen Situationen. Gleichzeitig erlebte sie hautnah, mit welchen Herausforderungen die Belegschaft konfrontiert ist – von verbalen Angriffen bis zu unerwünschten körperlichen Übergriffen. Dennoch betonte sie die Empathie und das Engagement der Beschäftigten.

Die daraus entstandene Webserie "Boah, Bahn!" wurde auf den Social-Media-Kanälen der Deutschen Bahn veröffentlicht. Nach einem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter, anhaltenden Verspätungen und politischer Kritik wurde die Kampagne jedoch eingestellt. Kritiker warfen der Bahn vor, mit der Werbeaktion angesichts der betrieblichen Probleme taktlos zu wirken.

Engelke ist es nicht neu, sich in unbekannten Jobs auszuprobieren. Bereits früher arbeitete sie etwa bei der Ernte in einem Bio-Kosmetikunternehmen. Solche Erfahrungen geben ihr neue Perspektiven und kreative Impulse.

Die Serie "Boah, Bahn!" wurde nach öffentlicher und politischer Kritik abgezogen, auch wenn keine detaillierten Berichte über ihre Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen oder das Image der Bahn vorliegen. Engelkes Praktikum vermittelte ihr jedoch einen direkten Einblick in die Realität des Bahnalltags. Die Webserie bleibt auf den Plattformen der Deutschen Bahn als Momentaufnahme des Hinter-den-Kulissen-Lebens abrufbar.

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