„Ankerland“: Unabhängige Beratung für Betroffene sexualisierter Gewalt startet in Hamburg
Ariane HolzapfelKirchen: Unabhängige Unterstützung für Missbrauchsopfer - „Ankerland“: Unabhängige Beratung für Betroffene sexualisierter Gewalt startet in Hamburg
Neuer Unterstützungsdienst in Deutschland für Betroffene sexualisierter Gewalt – ohne kirchliche Anbindung
In Deutschland ist ein neuer Unterstützungsdienst für Überlebende sexualisierter Gewalt gestartet, der sich an Betroffene richtet, die keine Hilfe bei kirchlichen Mitarbeitenden suchen möchten. Unter dem Namen Ankerland bietet die Initiative mit Sitz in Hamburg professionelle Beratung durch eine unabhängige Organisation an. Unterstützt wird der Dienst von den regionalen evangelischen Landeskirchen im Rheinland und in Westfalen.
Das unabhängige Hilfsangebot wird von Wildwasser Bielefeld getragen, einer Fachorganisation mit langjähriger Erfahrung in der Begleitung von Betroffenen. Es bietet eine Alternative für Menschen, die sich nicht an kirchlich gebundene Ansprechpartner wenden möchten. Ziel ist es, Überlebenden Zugang zu neutraler, professioneller Hilfe außerhalb traditioneller kirchlicher Strukturen zu ermöglichen.
Antje Menn, Vizepräsidentin der rheinischen Kirchenleitung, erklärte, dass der Dienst einen niedrigschwelligeren Zugang für Betroffene schaffe, die möglicherweise das Vertrauen in die Kirche verloren hätten. Ulf Schlüter, theologischer Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, betonte, wie wichtig es sei, die Bedürfnisse der Überlebenden in den Mittelpunkt zu stellen. Unabhängige Unterstützung sorge dafür, dass ihre Perspektiven ernst genommen und ihre Entscheidungen vollumfänglich respektiert würden.
Der neue Dienst ist bereits aktiv und bietet Betroffenen sexualisierter Gewalt Beratung und Begleitung an. Durch die Zusammenarbeit mit Wildwasser Bielefeld entsteht ein externes, kirchlich unabhängiges Angebot für Hilfesuchende. Die Initiative zeigt das Engagement der regionalen evangelischen Landeskirchen, Bedenken hinsichtlich Vertrauen und Zugänglichkeit in der Unterstützungsarbeit ernst zu nehmen und anzugehen.