Apothekerin schließt Filiale wegen explodierender Kosten und Überlastung
Ariane HolzapfelApothekerin schließt Filiale wegen explodierender Kosten und Überlastung
Wafaa Choukrane hat eine ihrer beiden Apotheken aufgrund steigender Kosten und untragbarer Arbeitsbedingungen schließen müssen. Die Entscheidung folgt auf Jahre der finanziellen Belastung, da die Notdienstpauschalen die Ausgaben nicht decken. Trotz der Schließung hat sie ihr Personal in die verbleibende Filiale verlegt, um die Patientenversorgung nahtlos aufrechtzuerhalten.
Choukrane übernahm 2021 zwei Apotheken – eine in Dortmund und ihre Hauptfiliale, die Ardey-Apotheke, in Bochum. Mit der Zeit wurde der Standort in Wasserburg unrentabel, unter anderem wegen explodierender Stromkosten und unzureichender Vergütung für Notdienste.
Die Pauschale für Notdienstschichten ist zwar in den letzten fünf Jahren schrittweise gestiegen – von 2,25 Euro im Jahr 2021 auf 4,00 Euro im Jahr 2025. Ein neues Gesetz, das Apothekenstärkungsgesetz, sieht vor, sie 2026 auf 4,50 Euro anzuheben und an die Inflation zu koppeln. Doch Choukrane betont, dass diese Sätze die Personalkosten und die Belastung durch lange Schichten nach wie vor nicht abdecken.
Häufig arbeitete sie bis zu 72 Stunden am Stück, kämpfte gleichzeitig damit, Mitarbeiter für den Notdienst zu gewinnen und zu motivieren. Nach der Schließung der Wasserburg-Apotheke verlegte sie das gesamte Personal in die Ardey-Apotheke, um die vollständige Patientenbetreuung sicherzustellen. Nun prüft sie zudem Möglichkeiten, am verbleibenden Standort zusätzliche Parkplätze zu schaffen.
Choukrane warnt, dass ohne weitere politische Maßnahmen kleine Apotheken vom Aussterben bedroht sein könnten. Das aktuelle Vergütungssystem lässt viele kaum noch kostendeckend arbeiten, während die Arbeitsbelastung weiterhin untragbar bleibt. Sie setzt sich weiterhin für höhere Sätze ein, um die Existenz unabhängiger Apotheken zu sichern.