BaFin erweitert Prüfung bei Gerresheimer wegen fragwürdiger Bilanzpraktiken
Olav RuppertGerresheimer: Bafin kündigt weitere Bilanzprüfungen an - BaFin erweitert Prüfung bei Gerresheimer wegen fragwürdiger Bilanzpraktiken
Die deutsche Finanzaufsicht BaFin hat angekündigt, ihre laufende Prüfung des Pharmaverpackungsherstellers Gerresheimer zu erweitern und ein neues Ermittlungsverfahren einzuleiten. Der Schritt folgt auf frühere Kritik an den Buchhaltungspraktiken des Unternehmens, insbesondere an der Nutzung von 'Bill-and-Hold'-Verträgen'. Nach der Bekanntgabe brachen die Aktien von Gerresheimer deutlich ein.
BaFin hatte bereits Bedenken gegenüber der Handhabung solcher 'Bill-and-Hold'-Vereinbarungen durch Gerresheimer geäußert. Bei diesen Verträgen werden Waren bereits vor der Auslieferung in Rechnung gestellt – oft aus logistischen Gründen. Die Aufseher warnten, dass solche Praktiken zu einer vorzeitigen Umsatzrealisierung führen könnten, was die Finanzkennzahlen potenziell aufbläht.
Die aktuelle Untersuchung wird den Prüfzeitraum auf den Zeitraum vom 1. Dezember 2024 bis 31. Mai 2025 ausdehnen. Die Entscheidung der BaFin, die Überprüfung zu vertiefen, deutet auf anhaltende Zweifel an der Finanzberichterstattung des Unternehmens hin. Investoren reagierten prompt: Nach Bekanntgabe der Pläne fiel der Kurs von Gerresheimer im nachbörslichen Handel spürbar.
Die ausgeweitete Prüfung erhöht den Druck auf Gerresheimer, die regulatorischen Bedenken auszuräumen. Im Fokus der BaFin bleibt die Frage, ob die Bilanzierungsmethoden des Unternehmens den Finanzberichtsstandards entsprechen. Das Ergebnis der Ermittlungen könnte weitere Konsequenzen für die Marktposition von Gerresheimer und das Vertrauen der Anleger haben.






