08 February 2026, 16:18

Bahn-Sanierungen in Deutschland: Warum Pendler jetzt stundenlang im Stau stehen

Ein Bahnsteig mit einem Schild, das 'S-Bahn Stuttgart' und ein Logo an der Wand sowie einige Lampen an der Decke und einige Gegenstände auf der linken Seite zeigt.

Bahn-Sanierungen in Deutschland: Warum Pendler jetzt stundenlang im Stau stehen

Große Bahn-Sanierungen in Deutschland laufen an – doch Verspätungen und Einschränkungen belasten Reisende bereits

Die Deutsche Bahn hat mit den lange erwarteten Modernisierungsarbeiten auf wichtigen Strecken begonnen, doch einige Projekte verzögern sich – unter anderem wegen explodierender Kosten und verlängerten Sperrungen. Pendler auf der Strecke Wuppertal–Köln müssen bereits jetzt mit deutlich längeren Fahrzeiten rechnen, seit die Bauarbeiten angelaufen sind.

Das Programm «Hohe Leistungsfähigkeit – Komplettsanierung», das die Modernisierung des deutschen Schienennetzes vorantreiben soll, kommt bisher nur langsam voran. Stand 8. Februar 2026 ist noch kein einziger Kilometer Gleis im Rahmen dieser Initiative vollständig saniert worden. Erst am 6. Februar begannen die Arbeiten auf der 81 Kilometer langen Strecke Hagen–Wuppertal–Köln; ein weiterer 111 Kilometer langer Abschnitt war zwar bereits früher fertiggestellt worden, zählt aber offiziell nicht zu diesem Programm. Die meisten Sanierungen stecken noch in der Anfangsphase, die Fertigstellung ist erst zwischen 2026 und 2027 geplant.

Der Wuppertaler Hauptbahnhof bleibt für mehrere Monate wegen der Umbaumaßnahmen geschlossen. Hier werden unter anderem die Bahnsteigüberdachungen erneuert und weitere Infrastrukturverbesserungen umgesetzt. Doch die Folgen für Reisende sind spürbar: Die Fahrt von Wuppertal nach Köln dauert nun mindestens eineinhalb Stunden – mehr als dreimal so lange wie die bisherigen 34 Minuten.

Während der Sperrung verkehren Schienenersatzbusse, die durch lila Schilder für Fahrgäste gekennzeichnet sind. Die Deutsche Bahn verspricht hier verbesserte Leistungen, darunter kostenloses WLAN, digitale Reiseupdates und gut geschultes Personal. Allerdings fehlt auf der Strecke Köln–Hagen noch das europäische Zugsicherungssystem (ETCS), sodass einige Modernisierungsschritte vorerst ausgesetzt bleiben mussten.

Auch die Riedbahn, deren Sanierung mit 1,5 Milliarden Euro mehr als das Doppelte der ursprünglich veranschlagten 500 Millionen Euro kostete, zeigt gemischte Ergebnisse. Zwar fahren seit den Umbauarbeiten 81 Prozent der Regionalzüge pünktlich (vorher: 59 Prozent), doch wiederkehrende Probleme mit Weichen und Gleisübergängen belasten die Strecke weiterhin. Die Bewertung der Infrastruktur liegt bei nur 2,2 von 5 Punkten. Zudem werden weitere Sperrungen nötig sein, um veraltete Stellwerkstechnik zu ersetzen.

Die laufenden Sanierungen sollen das deutsche Schienennetz langfristig verbessern – doch für Fahrgäste bedeutet das vorerst monatelange Einschränkungen. Die Fahrzeiten auf betroffenen Strecken haben sich deutlich erhöht, und centrale Modernisierungen wie die ETCS-Einführung stehen noch aus. Zwar gibt es auf einigen Strecken Fortschritte bei der Pünktlichkeit, doch technische Mängel und Kostenexplosionen bremsen den Erfolg des Programms weiterhin aus.