Bayerns Ampeln werden zu kulturellen Wahrzeichen – von Pumuckl bis Knödelwerferin
Olav RuppertWenn es grün ist, hoppe weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Bayerns Ampeln werden zu kulturellen Wahrzeichen – von Pumuckl bis Knödelwerferin
Fußgängerampeln in Bayern erhalten ein kulturelles Update
Mehrere Städte tauschen die standardisierte grüne Ampelfigur gegen lokale Symbole aus – von Würsten bis zu historischen Persönlichkeiten. Der Trend vereint bürgerlichen Stolz mit verspielter Kreativität.
Die Idee entstand erstmals 2016 in Mainz, wo die beliebten Mainzelmännchen, die Maskottchen des ZDF, auf den Ampeln erschienen. Seitdem haben mindestens sechs weitere deutsche Städte nachgezogen. Trier führte 2018 Karl Marx ein, Hameln übernahm ein Jahr später den Rattenfänger. Hamburg wird im Januar 2026 Ernie und Bert aus der Sesamstraße zeigen, und Nürnbergs Ampeln präsentieren seit Februar 2026 Albrecht Dürers Feldhase. Saarbrücken entschied sich derweil für den mythischen Saarlodri.
Besonders begeistert hat sich Bayern der Idee angeschlossen. München verfügt mittlerweile über drei Ampeln mit dem Pumuckl, Straubing zeigt den Bruder Straubinger, und in Dachau leuchten Figuren in traditioneller Tracht. Deggendorf schmückt seine Ampel mit einer Frau, die Knödel wirft, während Augsburgs Kasperl eine Sondergenehmigung der schwäbischen Landesregierung benötigte. Die Kosten für Dachaus individuelle Designs beliefen sich auf 300 Euro für Schablonen zuzüglich der Grafikergebühr.
Der Vorschlag von Hof, einen Wärschtlamo – den berühmten Würstchenverkäufer der Stadt – auf die Ampel zu bringen, wurde zunächst aus Sicherheitsbedenken abgelehnt. Das bayerische Innenministerium bevorzugt standardisierte Signale, da vertraute Symbole Verwirrung vorbeugen sollen. Doch nach öffentlicher Unterstützung erhielt Hofs Wärschtlamo schließlich grünes Licht. Die Bürger begrüßen die Änderung als humorvolle Hommage an die lokale Identität.
Der Wandel zu thematischen Ampeln zeigt, wie Städte Tradition mit moderner Infrastruktur verbinden. Zwar bleibt Sicherheit oberstes Gebot, doch die wachsende Zahl individueller Signale beweist ihre Beliebtheit. Der Trend hält an – und weitere Orte werden voraussichtlich eigene lokale Symbole einführen.






