Bergisch Gladbach kämpft mit 44 Millionen Euro Defizit – doch die Krise bleibt
Olav RuppertBergisch Gladbach kämpft mit 44 Millionen Euro Defizit – doch die Krise bleibt
Nordrhein-Westfalens Kommunen stehen vor massiven Haushaltsproblemen – nur 16 von 427 Städten und Gemeinden schlossen 2024 ohne Defizit ab. Ein aktueller Bericht der Bertelsmann Stiftung zeigt einen Rekordfehlbetrag von 24,8 Milliarden Euro und markiert das Jahr 2024 als entscheidenden Wendepunkt für die kommunalen Finanzen. Auch die Stadt Bergisch Gladbach kämpft mit den Folgen, doch die jüngsten Zahlen deuten auf eine leichte Entspannung hin.
Bergisch Gladbach beendete 2024 mit einem vorläufigen Defizit von 44 Millionen Euro – das erste deutlich negative Jahresergebnis der Stadt. Zwar fällt die Lücke 20 Millionen Euro geringer aus als die ursprünglich prognostizierten 63,3 Millionen Euro, doch die finanziellen Herausforderungen bleiben enorm.
Die Aussichten für 2025 bleiben düster: Erwartet wird ein Fehlbetrag von 54 Millionen Euro – eine Verbesserung gegenüber den geplanten 60,4 Millionen Euro. Höhere Gewerbesteuereinnahmen und 3 Millionen Euro geringere Zinslasten haben die Lage etwas entspannt. Dennoch warnt der Stadtkämmerer vor weiteren Lücken: Für 2025 wird ein Mangel von 2 Millionen Euro prognostiziert, für 2026 sogar 3,7 Millionen Euro bei Personal- und Sachkosten.
Langfristig gibt es kaum Entwarnung. Die Verwaltung hält positive Jahresabschlüsse für unrealistisch, da die Haushaltsabweichungen anhalten. Um zwingende Haushaltssicherungskonzepte zu vermeiden, wird der Rat im Dezember den Entwurf für den Haushalt 2026 prüfen.
Trotz leichter Verbesserungen bleibt die Finanzlage Bergisch Gladbachs angespannt. Das geringere Defizit 2024 ändert nichts an den grundsätzlichen Problemen in Nordrhein-Westfalen. Ohne absehbare Besserung müssen die Kommunen in den kommenden Jahren weiter mit chronischen Haushaltslücken kämpfen.






