Bergisch Gladbach streicht geplantes Autismus-Kompetenzzentrum und saniert zwei Kitas
Hans-Theo KuhlBergisch Gladbach streicht geplantes Autismus-Kompetenzzentrum und saniert zwei Kitas
Kurz & knapp: Leiser Abschied vom geplanten Kindergarten
Teaser: Sanierungen in KiTas, Aufnahmekriterien für die Offene Ganztagsschule, Kompetenzzentrum für Autismus: Der Jugendhilfeausschuss hat am Mittwoch eine Reihe von Beschlüssen gefasst, über Elternbeiträge und Personalmangel in KiTas diskutiert. Wir fassen die Entscheidungen zusammen.
11. Dezember 2025, 09:40 Uhr
Der Jugendhilfeausschuss (JHA) von Bergisch Gladbach hat in seiner jüngsten Sitzung wegweisende Beschlüsse zu Betreuungsangeboten und Fördermaßnahmen gefasst. Zwei Sanierungsprojekte für Kindertagesstätten erhielten volle Unterstützung, während die Pläne für ein geplantes Autismus-Kompetenzzentrum fallen gelassen wurden. Zudem wählte der Ausschuss eine neue Führung und prüfte laufende Initiativen für Kinder mit Behinderungen.
Für die Modernisierung von KiTas bewilligte der JHA insgesamt 232.000 Euro. Die ZAK-KiTa in Bensberg erhält 160.000 Euro, die KiTa Arche Noah in Refrath wird mit 72.000 Euro gefördert. Beide Vorhaben wurden ohne Gegenstimmen beschlossen.
Ebenfalls auf der Tagesordnung stand die Streichung eines geplanten Kindergartens, der zugleich als Autismus-Kompetenzzentrum dienen sollte. Die Einrichtung hätte 66 Plätze angeboten, davon 15 für Kinder mit Verdacht auf oder bestätigter Autismus-Spektrum-Störung (ASS). Zudem sollte das Zentrum Fachkräfte schulen und Beratungsangebote für Mitarbeiter bereithalten. Die endgültige Entscheidung über die Abschaffung liegt nun beim Stadtrat, der am 16. Dezember abstimmen wird. Eine erste Beratung fand bereits am 27. November in Bensberg statt; weitere verwaltungstechnische Schritte folgen.
Kritisch diskutiert wurde auch die Situation von schwerbehinderten Kindern, die bei der KiTa-Platzvergabe auf Hürden stoßen. Wie aus dem Ausschuss verlautete, führen Wartezeiten von bis zu 1,5 Jahren auf diagnostische Untersuchungen zu einer sinkenden Meldung von Fällen. Einige Einrichtungen lehnten Kinder mit möglichen Behinderungen demnach ab – mit Verweis auf Personal- und Ressourcenmangel. Unterdessen profitieren bereits 64 Kinder seit Anfang September von kostenlosen Schwimmkursen im Mohnweg-Bad. Jedes Kind absolvierte 15 Einheiten, finanziert aus einem 13.000-Euro-Budget.
Auch in der Führungsspitze gab es Veränderungen: Brigitta Opiela (CDU) übernahm den Vorsitz des JHA, Jannes Komenda (SPD) wurde zu ihrem Stellvertreter gewählt. Zudem traf sich der Kinderrat mit Vertretern von 15 Bensberger Grundschulen unter Leitung von Bürgermeister Marcel Kreutz.
Die Beschlüsse des Jugendhilfeausschusses gehen nun zur finalen Abstimmung in den Stadtrat. Sollte die Streichung des Autismus-Kompetenzzentrums bestätigt werden, entfällt die geplante spezifische Förderung in der neuen KiTa. Die bewilligten Sanierungen und das Schwimmprogramm laufen indes weiter – ebenso wie die Bemühungen, Versorgungslücken für schwerbehinderte Kinder zu schließen.