28 January 2026, 02:17

Berührende Holocaust-Gedenkfeier an Willicher Schule zeigt Verantwortung der Jugend

Ein Steinplaque an einer Wand mit eingraviertem Text, umgeben von Pflanzen am Boden, wahrscheinlich ein Holocaust-Gedenkstein.

Berührende Holocaust-Gedenkfeier an Willicher Schule zeigt Verantwortung der Jugend

Bewegende Holocaust-Gedenkveranstaltung an der Leonardo-da-Vinci-Schule in Willich

An der Leonardo-da-Vinci-Schule in Willich fand eine berührende Gedenkveranstaltung zum Holocaust statt. Organisiert von Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften ehrte die Schule die lokalen Opfer des Nationalsozialismus mit Gebeten, Musik und besinnlichen Momenten. Vertreter aus Politik, Kirche und der jüdischen Gemeinde nahmen gemeinsam mit der Schulfamilie teil.

Die Veranstaltung begann in der Schneekapelle mit einem von Religionslehrer Pierre Hein geleiteten Gottesdienst. Im Mittelpunkt stand das Gleichnis vom barmherzigen Samariter, das er als Aufruf zu Mitgefühl und Verantwortung deutete. Im Anschluss begaben sich die Teilnehmenden zum Holocaust-Mahnmal der Schule, wo ein Kranzniederlegungsritual stattfand.

Schülerinnen und Schüler der 10. und 13. Jahrgangsstufe hatten Transparente vorbereitet, auf denen die Namen lokaler Opfer zu lesen waren – darunter Rosetta und Albert Salm, Lina Wallach sowie Chaim Werner Rübsteck. Diese Namen prangten sichtbar als Teil der Gedenkfeier. Nach der Zeremonie versammelte sich die Gruppe im Pädagogischen Zentrum der Schule, wo Roll-up-Displays über das Schicksal der ermordeten jüdischen Bewohner Willichs informierten.

Max Mamrotski von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf richtete sich direkt an das junge Publikum. Er verglich deren Alltag mit der fortwährenden Bedrohung durch Antisemitismus und rief die Jugendlichen auf, sich jeder Form von Hass entschlossen entgegenzustellen. Seine Worte wurden mit konzentrierter Stille aufgenommen. Anschließend trug Marc Riedl Bodo Wartkes Lied "Das Land, in dem ich leben will" vor, das mit lautem, emotionalem Applaus bedacht wurde.

Schulleiterin Andrea Großkraumbach betonte die Bedeutung von Bildung bei der Wertevermittlung und warnte vor wachsendem Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit. Bürgermeister Christian Pakusch verurteilte in seiner Rede rechtsextreme Versuche, den Holocaust zu verharmlosen, und äußerte sich besorgt über aktuelle politische Entwicklungen in den USA. Die Lehrkräfte Sandra Schwab und Leonie Coun hatten die Schülerinnen und Schüler bei der Planung der Veranstaltung begleitet und sorgten für einen würdevollen und respektvollen Rahmen.

Die Gedenkfeier endete mit einer Reflexion über die Schicksale der verlorenen jüdischen Gemeinde Willichs. Die Ausstellungen, Darbietungen und Reden unterstrichen die Notwendigkeit, wachsam gegen Hass zu bleiben. Organisatorinnen, Organisatoren und Teilnehmende verließen die Veranstaltung mit dem gemeinsamen Versprechen, sich zu erinnern – und zu handeln.