Borussia Dortmunds Ära endet: Watzke geht nach 19 prägenden Jahren
Ariane HolzapfelWatzke ist nicht mehr BVB-Geschäftsführer - Versöhnung mit Lunow - Borussia Dortmunds Ära endet: Watzke geht nach 19 prägenden Jahren
Borussia Dortmund beendet eine Ära: Hans-Joachim Watzke scheidet nach 19 Jahren an der Spitze aus
Mit dem Rücktritt von Hans-Joachim Watzke endet für Borussia Dortmund eine Epoche. Nach 19 Jahren an der Spitze der geschäftsführenden Gesellschaft des Vereins verlässt er den Klub – eine Zeit, die von großen Erfolgen, aber auch von jüngsten internen Konflikten geprägt war. Der Übergang gestaltete sich jedoch holprig: Verzögerungen und öffentliche Spannungen überschatten die Mitgliederversammlung am Samstag.
Watzke war 2005 in den Vorstand von Borussia Dortmund eingetreten und hatte den Verein durch finanzielle Turbulenzen zurück an die Spitze geführt. Unter seiner Führung erreichte die Mannschaft zweimal das Finale der UEFA Champions League – 2013 unterlag man dem FC Bayern München, 2024 Real Madrid. Regelmäßige tiefe Europapokal-Läufe, darunter mehrere Viertelfinale und Halbfinals, festigten Dortmunds Ruf als einer der führenden Klubs Deutschlands, der nur von Bayerns Vorherrschaft übertroffen wird.
Doch die Versammlung zur Wahl seines Nachfolgers als Präsident des Trägervereins geriet früh in Schwierigkeiten. Technische Probleme zwangen zu einer einstündigen Verzögerung, und erstmals fand die Veranstaltung im Hybridformat statt, das allen 238.000 Mitgliedern eine digitale Teilnahme ermöglichte. Watzke war zunächst der einzige Kandidat der Wahlkommission gewesen, doch seine Nominierung geriet ins Wanken, nachdem Reinhold Lunow, ein weiteres Vorstandsmitglied, überraschend im Sommer seine eigene Bewerbung angekündigt hatte.
Öffentliche Auseinandersetzungen zwischen Watzke und Lunow zogen Kritik von Fans auf sich, die dem Verein vorwarfen, von internen Zerwürfnissen geprägt zu sein. Beide betonten in ihren Reden zwar später die Einheit und vergangene Erfolge, doch Lunow räumte ein, dass äußere Einflüsse sie entzweit hätten. Tobias Westerfellhaus, ein weiteres Vorstandsmitglied, verurteilte die Kontroversen im Wahlkampf und forderte dringende Reformen für den Klub.
Mit Watzkes Abschied endet ein Kapitel, das für finanzielle Stabilität und europäische Erfolge stand. Nun steht der Verein vor der Herausforderung, interne Gräben zu überwinden und gleichzeitig die sportliche Konkurrenzfähigkeit zu wahren. Die verschobene Abstimmung und die Rufe nach Veränderung deuten auf eine Phase des Umbruchs hin.






