Buchhandlung in Bremen provoziert nach Ausschluss vom Deutschen Buchhandlungspreis
Ariane HolzapfelBuchhandlung in Bremen provoziert nach Ausschluss vom Deutschen Buchhandlungspreis
An der Buchhandlung Golden Shop in Bremen hängt nun ein Stofftransparent. Sechs Personen brachten es am Giebel an – als Reaktion auf den Ausschluss des Ladens vom Deutschen Buchhandlungspreis 2026. Die Entscheidung traf Kulturminister Wolfram Weimer.
Zuvor prangte an der Fassade der Slogan „Deutschland verrecke bitte“. Jetzt zieren Zitate aus Weimers Werken die Wand, etwa „Das ist überhaupt nicht als Kulturkampf gemeint“ oder „Das Konventionelle ist die neue Avantgarde". Im Schaufenster ist zudem ein Porträt Weimers neben seinen Büchern zu sehen, darunter „Kopfpilz“, „Sehnsucht nach Gott“ und „Das konservative Manifest“.
Ursprünglich sollte die Buchhandlung 15.000 Euro vom Preisgremium erhalten. Doch nach dem Ausschluss folgte der Umbau. Auf die Frage, ob sich der Laden damit von linksextremen Positionen distanziere, lachte Besitzerin Ausma Zvidrina nur.
Im Geschäft hängt ein Zertifikat mit der Aufschrift „Beste Buchhandlung unter Beobachtung des Verfassungsschutzes“. Auch Tassen mit dem Spruch „Golden Shop: Empfohlen vom Verfassungsschutz“ werden verkauft. Die Inhaberin betont, man werde Weimers Bücher nicht ins Sortiment aufnehmen.
Das Transparent und der Umbau sind eine deutliche Antwort auf die Preisdiskualifikation. Mit der neuen Fassade und dem Merchandise unterstreicht die Buchhandlung ihren provokanten Kurs. Sie bleibt unter Beobachtung – setzt aber weiter auf ihr markantes Profil.






