Bundesbank will Bargeld auf fünf Cent runden – das Ende der Kleingeld-Plage?
Hans-Theo KuhlBundesbank will Bargeld auf fünf Cent runden – das Ende der Kleingeld-Plage?
Deutschland könnte Bargeldzahlungen bald auf fünf Cent runden
Die Bundesbank hat vorgeschlagen, Zahlungen künftig auf den nächsten Fünfcent-Betrag auf- oder abzurunden, um die Kosten für die Herstellung kleiner Münzen zu senken. Bisher hat kein EU-Land die Ein- und Zweicent-Stücke vollständig abgeschafft, auch wenn einige Länder im Handel bereits runden.
Eine Studie der Bundesbank aus dem Jahr 2023 zeigte, dass Bargeld fast die Hälfte aller Zahlungen im stationären Handel ausmacht. Die Bank argumentiert, dass die Produktion, Verpackung und der Transport der kleinen Münzen nach wie vor teuer sind. Nach dem neuen Plan würde ein Einkauf über 3,99 Euro auf 4,00 Euro aufgerundet, während 2,02 Euro auf 2,00 Euro abgerundet würden.
Die Idee ist nicht neu: Bereits vor einem Jahr setzte sich das Nationale Bargeldforum für ähnliche Reformen ein. Einige Supermärkte in Nordrhein-Westfalen ermöglichen Kunden bereits, ihre Rechnungen aufzurunden. Länder wie Finnland, die Niederlande und Irland wenden das Runden von Bargeldbeträgen seit Jahren an.
Die öffentliche Unterstützung scheint groß zu sein. Jelena Stapf von der Bundesbank verwies auf eine Umfrage, laut der 56 Prozent der Deutschen den Vorschlag befürworten. Würde die Änderung umgesetzt, würden Ein- und Zweicent-Münzen schrittweise aus dem Alltagsgebrauch verschwinden.
Ziel des Bundesbank-Vorschlags ist es, den Aufwand für den Umgang mit Kleingeld zu verringern. Sollte die Reform kommen, würde Deutschland zu den EU-Ländern aufschließen, die bereits runden. Die Münzen würden zwar nicht verboten, ihr Einsatz im täglichen Zahlungsverkehr aber eingeschränkt.






