CDU Münster lässt Oberbürgermeister Grube fallen – und setzt auf parteilose Adamczak
Ariane HolzapfelCDU Münster lässt Oberbürgermeister Grube fallen – und setzt auf parteilose Adamczak
Die Münsteraner CDU hat dem amtierenden Oberbürgermeister Ulf-Marcus Grube vor der nächsten Wahl die Unterstützung entzogen. Stattdessen setzt die politische Partei nun auf die parteilose Kandidatin Anna Adamczak. Dieser Kurswechsel erfolgte nach einer knappen Abstimmung unter den örtlichen Parteimitgliedern.
Grube hatte die Oberbürgermeisterwahl 2021 nur knapp mit 50,69 Prozent der Stimmen gewonnen. Nun hat ihn seine eigene politische Partei fallen lassen, nachdem sich 22 von 39 CDU-Mitgliedern für Adamczak aussprachen, während nur 14 weiterhin hinter Grube standen. Die Entscheidung wirft Fragen über seine politische Zukunft auf, auch wenn er einen möglichen Antritt als Unabhängiger nicht ausschließt, falls die politische Partei weiterhin gegen ihn positioniert bleibt.
Adamczak hat bereits überparteiliche Unterstützung erhalten, unter anderem von der Münsteraner Union und den Grünen. Gleichzeitig hat die SPD mit Marco Tews einen eigenen Kandidaten ins Rennen geschickt, was die Konkurrenz weiter verstärkt. Auch der Stadtverwaltungsmitarbeiter Dirk Sobczak wird – wie bereits 2021 – erneut als Unabhängiger antreten.
In Niedersachsen haben hauptamtliche Bürgermeister:innen bereits nach einer Amtszeit Anspruch auf eine lebenslange Pension. Die Höhe richtet sich nach Dienstjahren und Gehalt – nicht nach den Gründen für das Ausscheiden aus dem Amt.
Mit dem Wechsel der politischen Partei zu Adamczak verändert sich die Dynamik des Oberbürgermeisterwahlkampfs in Münster grundlegend. Ein möglicher unabhängiger Antritt Grubes könnte die Stimmen weiter zersplittern. Angesichts mehrerer Kandidat:innen bleibt der Wahlausgang völlig offen.