CDU-Plan zum Bürgergeld stößt auf scharfe Kritik von SPD und Sozialverbänden
Olav RuppertCDU-Plan zum Bürgergeld stößt auf scharfe Kritik von SPD und Sozialverbänden
SPD und Wohlfahrtsverbände lehnen einen CDU-Plan ab, das Bargeld-Mobilitätszuschlag im Bürgergeld durch das Deutschlandticket zu ersetzen. Der Vorschlag, der von CDU-Politikern in Nordrhein-Westfalen vorgelegt wurde, stößt bei mehreren Gruppen auf Kritik.
Nach dem aktuellen System umfasst das Bürgergeld einen Bargeld-Mobilitätszuschlag als Teil des Regelbedarfs. Die CDU-Politiker schlagen vor, diesen Zuschlag zu kürzen und den Empfängern stattdessen das Deutschlandticket – ein bundesweites Nahverkehrsticket – zur Verfügung zu stellen.
Michaela Engelmeier, Vorsitzende des Sozialverband Deutschland, warnte, dass die Umstellung auf eine Sachleistung die finanzielle Flexibilität der Unterstützungsempfänger einschränken würde. Sie argumentierte, dass eine solche Änderung die soziale Spaltung vertiefen und den Empfängern mangelnde Eigenverantwortung unterstellen könnte.
Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, kritisierte den Vorschlag als unzureichend für die Bedürfnisse von Menschen in ländlichen Regionen mit schlechtem ÖPNV-Angebot. Zudem wies er darauf hin, dass in vielen Regionen bereits ermäßigte Sozialtickets angeboten würden, was den Vorschlag überflüssig mache.
Dagmar Schmidt, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, fügte hinzu, dass die Einschränkung der Wahlmöglichkeiten die persönliche Freiheit beeinträchtigen würde. Die SPD betonte zudem, dass der Regelbedarf verschiedene Mobilitätsoptionen abdecken sollte, um die Arbeitsplatzsuche der Empfänger nicht zu erschweren.
Der Vorschlag trifft auf starken Widerstand aus Politik und Wohlfahrtsverbänden. Kritiker verweisen auf Bedenken hinsichtlich geringerer Flexibilität, sozialer Spaltung und der praktischen Bedürfnisse von Bewohnern ländlicher Gebiete. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ob das Deutschlandticket den bisherigen Bargeldzuschlag angemessen ersetzen kann.
