28 March 2026, 14:15

Deutsche Bahn: Warum Verspätungen und marode Gleise Fahrgäste weiter nerven

Gruppe von Menschen um einen Zug auf den Schienen mit einigen Passagieren im Zug und anderen außerhalb stehend, vor Gebäuden und Bäumen mit Text unten lesend "Ludwigs-Eisenbahn, der erste Bahnhof in Deutschland."

Deutsche Bahn: Warum Verspätungen und marode Gleise Fahrgäste weiter nerven

Die Deutsche Bahn steht wegen anhaltender Verspätungen und Infrastrukturpannen in der scharfen Kritik. Das Unternehmen führt marode Gleise als Hauptgrund an, doch Fachleute sehen tiefgreifendere Probleme, die ungelöst bleiben. Währenddessen müssen Fahrgäste in Nordrhein-Westfalen weiterhin mit Einschränkungen leben, da sich dringende Sanierungsarbeiten in die Länge ziehen.

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Der Bundesrechnungshof hat die Führung der Deutschen Bahn und die Bundesregierung scharf für ihr Versagen bei der Bewältigung der langjährigen Missstände kritisiert. Trotz laufender Modernisierungen kommt es weiterhin zu Verspätungen – unter anderem, weil es an Prüfern mangelt, die Strecken nach Abschluss der Arbeiten wieder freigeben können. Dies zwingt die Bahn, Ersatzbusse über längere Zeiträume einzusetzen, was die Verärgerung der Reisenden zusätzlich schürt.

In Nordrhein-Westfalen werden derzeit zehn Streckenabschnitte saniert, acht weitere sollen in den kommenden Jahren folgen. Verkehrsminister Oliver Krischer betont die Dringlichkeit dieser Maßnahmen, insbesondere auf der stark frequentierten Strecke Köln–Hagen, wo die Bauarbeiten den Betrieb bis in den Sommer hinein beeinträchtigen werden.

Der Bahnexperte Christian Böttger widerspricht der Darstellung der Deutschen Bahn, wonach allein die Infrastruktur schuld an den Problemen sei. Er und andere Fachleute verweisen auf ein überlastetes Netz: Selbst makellose Gleise würden keine pünktlichen Züge garantieren. Einige Experten schlagen vor, den Regionalverkehr auszu dünnen, um das System zu entlasten – konkrete Beschlüsse gibt es jedoch noch nicht.

Laut dem Geschäftsbericht 2025 werden bundesweit 19 zentrale Strecken modernisiert, wobei ab Februar 2026 intensive Bauarbeiten auf der Achse Hagen–Wuppertal–Köln beginnen sollen. Unklar bleibt jedoch, wie viele Projekte in Nordrhein-Westfalen seit 2020 tatsächlich abgeschlossen wurden. Die Reparaturen gehen zwar weiter, doch der Mangel an Prüfern und überfüllte Fahrpläne sorgen dafür, dass Verspätungen an der Tagesordnung bleiben. Fahrgäste auf stark genutzten Strecken wie Köln–Hagen müssen sich auf weitere Monate mit Einschränkungen einstellen. Ohne umfassendere Reformen warnen Experten, dass selbst nach den Infrastrukturverbesserungen pünktliche Züge eine Illusion bleiben könnten.

Quelle