Deutsche Telekom plant KI-Gigafactory – doch rechtliche Risiken drohen
Ariane HolzapfelDeutsche Telekom plant KI-Gigafactory – doch rechtliche Risiken drohen
Deutsche Telekom treibt Pläne für eine europäische "KI-Gigafactory" mit der Schwarz Gruppe voran
Der Konzern will mit dem Projekt die Abhängigkeit von US-Techgiganten verringern und gleichzeitig neue Geschäftsfelder erschließen. Gleichzeitig sieht sich das Unternehmen mit rechtlichen Prüfungen zu Kundenpraktiken und Bedenken hinsichtlich der Pressefreiheit konfrontiert, die mit seinen KI-Ambitionen zusammenhängen.
Anleger beobachten die Entwicklung genau, während die Aktie bei etwa 27,43 Euro notiert – ein Rückgang von 6 Prozent seit Januar. Trotz der jüngsten Kursunsicherheiten bleiben Analysten langfristig optimistisch.
Deutsche Telekom und die Schwarz Gruppe haben kürzlich ihr Joint Venture für den Bau eines KI-Infrastruktur-Hubs in Europa bekannt gegeben. Die Anlage soll eine Alternative zu den US-amerikanischen Hyperscalern bieten und Unternehmen eine lokal gehostete KI-Lösung bereitstellen. Der Schritt könnte dem Telekommunikationsriesen neue Einnahmen – insbesondere im B2B-Bereich – bescheren.
Die US-Tochter T-Mobile US bleibt weiterhin ein wichtiger Gewinnträger und stärkt das Vertrauen der Analysten. KeyBanc Capital Markets hob die starke Performance als zentralen Wachstumsfaktor für Deutsche Telekom hervor. Dennoch kämpft die Aktie im frühen Jahr 2025 und handelt unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 28,11 Euro. Experten taxieren den fairen Wert weiterhin auf 37 bis 39 Euro. Gleichzeitig mehren sich die rechtlichen Herausforderungen.
Die von Andreas Arntzen geführte Wort & Bild Verlagsgruppe könnte in Streitigkeiten um Pressefreiheit und Wettbewerbsfragen im Zusammenhang mit KI-Projekten eine zentrale Rolle spielen. Unabhängig davon sieht sich Deutsche Telekom Vorwürfen ausgesetzt, durch den Einsatz sogenannter "Dark Patterns“ – täuschende Online-Design-Taktiken – die Kündigung von Verträgen erschwert zu haben.
Aktionäre können im April 2026 mit der nächsten Dividende in Höhe von 1,00 Euro pro Aktie rechnen, nachdem die Quartalszahlen am 26. Februar 2026 veröffentlicht werden. Die Ausschüttung spiegelt die Bemühungen des Unternehmens wider, Wachstumsinvestitionen mit Renditen für Anleger in Einklang zu bringen.
Das KI-Gigafactory-Projekt markiert einen strategischen Kurswechsel für Deutsche Telekom, der die technologische Souveränität Europas stärken soll. Rechtliche und regulatorische Hürden könnten den Fortschritt jedoch bremsen. Angesichts des aktuellen Kursdrucks und der für nächstes Jahr geplanten Dividende werden Anleger den Geschäftsbericht im Februar mit Spannung erwarten, um klare Signale für die weitere Entwicklung zu erhalten.