18 January 2026, 01:01

DHL-Chef kritisiert Zustellchaos der Deutschen Bahn und fordert Reformen

Ein Screenshot der USPS Priority Mail-Seite mit dem Text "Priority Mail Now with Day Specific Delivery" und einer Karte, die den Dienstort anzeigt.

DHL-Chef kritisiert Zustellchaos der Deutschen Bahn und fordert Reformen

DHL-Gruppenchef Tobias Meyer hat sich zu den anhaltenden Problemen bei den Zustelldiensten der Deutschen Bahn geäußert. Er kritisierte die Bearbeitung von Kundenbeschwerden und forderte Änderungen bei den Gewichtsgrenzen für Sendungen. Seine Äußerungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen zunehmend unter Leistungsdruck und regulatorischen Herausforderungen steht.

Allein in der ersten Jahreshälfte 2025 verzeichnete die Bundesnetzagentur rund 23.000 Beschwerden über die Zustelldienste der Deutschen Bahn. Meyer wies darauf hin, dass das Unternehmen lediglich etwa fünf Prozent dieser Meldungen zur Kenntnis nehme. Er argumentierte, das aktuelle System führe nicht zu Verbesserungen, sondern untergrabe stattdessen das Vertrauen der Öffentlichkeit.

Meyer sprach zudem grundsätzliche Probleme im Bahnsektor an. Die Digitalisierung und rückläufige Briefvolumina setzten die traditionellen Briefdienste unter Druck. Er räumte ein, dass unerwartete Sendungsspitzen und Qualitätsprobleme im Sommer die Zustellleistung zusätzlich verschlechtert hätten.

Beim Thema Gewichtsgrenzen unterstützt Meyer eine Senkung auf 20 Kilogramm für Standardsendungen. Allerdings betonte er, dass die Bundesregierung in dieser Frage gespalten sei. Berichten zufolge lehnen einige Mitglieder der Regierungskoalition die Änderung ab, beeinflusst von Konkurrenten, die von den aktuellen Regelungen profitieren. Während sich DHL und die Gewerkschaft Verdi für die niedrigere Grenze aussprechen, hat der Lobbyismus rivalisierender Unternehmen Widerstand hervorgerufen.

Die Debatte über die Sendungsgewichte bleibt vorerst ohne klare Lösung. Das Beschwerdemanagement der Deutschen Bahn steht weiterhin in der Kritik, da nur ein Bruchteil der Probleme das Unternehmen erreicht. Gleichzeitig sorgen Branchenveränderungen und politische Uneinigkeit dafür, dass die Zukunft der Bahnregulierung ungewiss bleibt.