21 December 2025, 15:05

Digitalpakt 2.0: Solingen-Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang

Eine Collage mit einer Gruppe von Kindern und Text.

Digitalpakt 2.0: Solingen-Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang

DigitalPakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen die Einigung – doch die Mängelliste bleibt lang

Solingen – Nach mehr als einem Jahr Stillstand gibt es endlich Bewegung bei der digitalen Ausstattung der Schulen: Bund und Länder haben sich auf den DigitalPakt 2.0 geeinigt. In Solingen wird die Entscheidung zwar grundsätzlich begrüßt – von Euphorie kann jedoch keine Rede sein. Zu viele Baustellen gibt es noch, zu zahlreich sind die Geräte, die seit Langem kaputt in den Regalen stehen.

Bund und Länder haben den DigitalPakt 2.0 besiegelt – ein 5-Milliarden-Euro-Programm, mit dem die digitale Infrastruktur an deutschen Schulen modernisiert werden soll. Die am 18. Dezember 2025 auf der Kultusministerkonferenz in Berlin beschlossene Vereinbarung zielt darauf ab, die seit Jahren bestehenden Lücken bei Ausstattung und Fortbildung zu schließen. Doch in Städten wie Solingen fällt die Reaktion verhalten aus: Die Verantwortlichen verweisen auf tiefgreifende Probleme, die sich nicht allein mit Geld lösen lassen.

Der neue Pakt sieht vor, dass Bund und die 16 Bundesländer jeweils 2,5 Milliarden Euro über fünf Jahre bereitstellen. Damit erhalten Schulen eine planbare Perspektive für Modernisierungsvorhaben. Doch das Gesamtvolumen bleibt deutlich hinter dem ersten DigitalPakt zurück – und wirft Fragen nach der tatsächlichen Wirkung auf.

Kritiker monieren einen zentralen Schwachpunkt: Die Länder können ihre bisherigen Ausgaben von den Bundesmitteln abziehen. Dadurch fließt unter Umständen weniger Geld in neue Investitionen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) warnt, dass Schulen mehr brauchen als bloßen Geräteersatz – nämlich moderne Lehrmethoden, eine KI-taugliche Infrastruktur und qualifiziertes Personal. Der VBE fordert eine schnelle, bürokratiearme Verteilung der Mittel mit klaren Vorgaben, wofür das Geld verwendet werden darf.Digitale Bildung sei kein Provisorium, sondern eine dauerhafte Aufgabe, betont der Verband. Um künftige Engpässe zu vermeiden, wird bereits über einen DigitalPakt 3.0 nachgedacht.

In Solingen sorgt die Einigung für Erleichterung, aber nicht für Jubel. Vor Ort häufen sich defekte Geräte und veraltete Systeme. Die fünfjährige Förderlaufzeit gibt zwar Planungssicherheit – angesichts des Umfangs der Aufgaben wird der Fortschritt aber wohl nur schrittweise vorankommen.

Der DigitalPakt 2.0 stellt 5 Milliarden Euro für die Schuldigitalisierung bis 2030 bereit und schafft damit für Länder und Schulen eine klarere finanzielle Grundlage. Dennoch bleiben Zweifel, ob die Mittel ausreichen, um langfristige Bedarfe zu decken. Ohne weitere Maßnahmen droht ein erneutes Förderloch – und damit neue Verzögerungen.