Dinslakens Bürger debattieren mit OB über Haushaltskrise und Steuerpläne
Hans-Theo KuhlDinslakens Bürger debattieren mit OB über Haushaltskrise und Steuerpläne
Dinslakens erstes "Stadtgespräch": Bürger diskutieren mit Oberbürgermeister über Haushaltskrise und Steuererhöhungen
Am 11. März 2026 fand im Gustav-Heinemann-Schulzentrum in Hiesfeld das erste Stadtgespräch Dinslakens statt. Rund 70 Bürgerinnen und Bürger trafen sich mit Oberbürgermeister Simon Panke und Stadtkämmerer Achim Thomae, um über die angespannte Haushaltslage der Stadt und anstehende Budgetentscheidungen zu sprechen. Themen waren steigende Kosten, Steuererhöhungen sowie Pläne für lokale Infrastrukturprojekte.
Dinslaken kämpft seit Jahren mit finanziellen Engpässen. Zwischen 2021 und 2025 wies die Stadt jährliche Defizite von 15 bis 20 Millionen Euro auf, mit einem Höchststand von 25 Millionen Euro im Jahr 2023. Gestiegene Sozialausgaben und Energiekosten zwangen die Kommune, sich auf Bundeshilfen zu stützen, die 2025 bereits 25 bis 35 Prozent des Haushalts deckten. Ohne diese Mittel hätte sich die Lage weiter verschärft.
Beim Stadtgespräch kündigte Thomae Sparmaßnahmen an, darunter eine Erhöhung der Grundsteuer B (Grundsteuer für bebaute Grundstücke). Eigentümer eines Einfamilienhauses müssen künftig etwa 26 Euro mehr pro Monat zahlen, Gewerbeimmobilienbesitzer rund 25 Euro. Mieter in einem Sechsparteienhaus rechnen mit einer monatlichen Belastung von zusätzlich 5,30 Euro.
Die Anwesenden hinterfragten kritisch die Steuererhöhungen, Verwaltungsreformen und Verzögerungen bei Projekten wie der Eisbahn und Schulneubauten. Einige warfen die Frage auf, ob frühere Maßnahmen die aktuelle Krise hätten abwenden können. Panke verwies auf Fortschritte: Das Schulzentrum in Hiesfeld sei fertiggestellt, die Feuerwehrwache in Eppinghoven werde saniert, und die EBGS-Schule erhalte eine neue Turnhalle. Zudem würden Straßenlaternen auf LED-Technik umgerüstet – alles finanziert durch Bundesfördergelder.
Die Wasserverbände Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) schlagen vor, das Gelände des Hiesfelder Freibads neu zu gestalten. Vertragsverhandlungen laufen, eine endgültige Einigung steht jedoch noch aus.
Der Stadtrat wird am 26. März über den Haushalt abstimmen. Ein weiteres Stadtgespräch ist für den Herbst geplant; offene Fragen können an das Bürgermeisterbüro gerichtet werden. Die Veranstalter lobten das Format als gelungene Plattform, um die Gemeinschaft zusammenzubringen und auch denen eine Stimme zu geben, die sonst selten gehört werden.
Die Veranstaltung machte die finanziellen Herausforderungen Dinslakens deutlich – und die Schritte, mit denen die Stadt ihnen begegnet. Zwar steigen die Grundsteuern, doch Bundesmittel sichern wichtige Vorhaben wie Schulsanierungen und energieeffiziente Beleuchtung. Das nächste Stadtgespräch im Herbst wird weitere Updates liefern, sobald der Rat die Haushaltsplanung finalisiert.