02 January 2026, 04:22

Dormagen leuchtet lila gegen die Todesstrafe und setzt ein globales Zeichen

Ein historisches Schild mit Symbolen und Text in der Mitte des Bildes.

Dormagen leuchtet lila gegen die Todesstrafe und setzt ein globales Zeichen

Dormagen schließt sich Ende dieses Monats Hunderten von Städten weltweit an, die sich gegen die Todesstrafe aussprechen. Das Neue Rathaus wird vom 28. bis 30. November im Rahmen der internationalen Kampagne Städte für das Leben – Cities for Life in Lila beleuchtet. Die Aktion fällt in eine Zeit wachsender Besorgnis über Hinrichtungen in einigen Ländern und erneuter Debatten über die Todesstrafe in anderen Regionen.

Die Initiative Städte für das Leben, organisiert von der katholischen Laiengemeinschaft Sant'Egidio und Partnerorganisationen, setzt sich für die weltweite Abschaffung der Todesstrafe ein. Fast 300 deutsche Städte beteiligen sich bereits an dem Netzwerk. Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld bekräftigte nun die ablehnende Haltung der Stadt gegenüber der Todesstrafe. Im Mittelpunkt der Kampagne steht das Prinzip der Menschenwürde.

Am 30. November reiht sich Dormagen in eine globale Bewegung ein. 2024 hatte die UN-Generalversammlung eine Resolution verabschiedet, die zum Stopp von Hinrichtungen aufrief – 130 Länder stimmten dafür. Dennoch bleibt die Todesstrafe in vielen Staaten in Kraft. Die jüngsten Entwicklungen sind widersprüchlich: Die Militärregierung Burkina Fasos kündigte am 4. Dezember 2025 an, die Todesstrafe wieder einzuführen. Saudi-Arabien vollstreckte 2025 über 350 Hinrichtungen – die höchste Zahl seit Jahren –, obwohl das Land zuvor Reformen versprochen hatte. Indonesien erweiterte 2023 in seinem Strafgesetzbuch die mit der Todesstrafe belegten Delikte, darunter verschärfte Drogengesetze, die 2026 in Kraft treten sollen. Andere Länder wie Pakistan, Vietnam und Japan diskutieren entweder Reformen oder halten an bestehenden Praktiken fest. Die Zunahme von Hinrichtungen und Todesurteilen in Krisenregionen verleiht den Abschaffungsbemühungen zusätzliche Dringlichkeit. Aktivisten warnen, dass diese Trends den globalen Fortschritt bei der Abschaffung der Todesstrafe gefährden.

Das in Lila erleuchtete Rathaus in Dormagen wird als sichtbares Zeichen des Protests gegen die Todesstrafe stehen. Die Veranstaltung spiegelt die anhaltenden internationalen Bemühungen wider, Hinrichtungen abzuschaffen – auch wenn einige Staaten gegen den Trend handeln. Mit fast 300 beteiligten deutschen Städten setzt die Kampagne weiterhin auf rechtliche und gesellschaftliche Veränderungen weltweit.