08 February 2026, 14:29

Dortmund trauert um fünf obdachlose Menschen – Gedenkmarsch fordert Schutz im Winter

Eine Gruppe von Menschen marschiert eine baumbestandene Straße entlang und hält ein Transparent mit der Aufschrift "Klima-Krise ist eine Krise" in den Händen, mit Gebäuden und Fahrzeugen im Hintergrund.

Dortmund trauert um fünf obdachlose Menschen – Gedenkmarsch fordert Schutz im Winter

Gedenkmarsch in Dortmund für fünf obdachlose Menschen, die diesen Winter starben

In Dortmund findet ein Gedenkmarsch statt, um fünf obdachlose Menschen zu ehren, die in diesem Winter ums Leben kamen. Die Veranstaltung wird von der Initiative "Schlafen statt Strafen" organisiert, die ihren Tod mit der Behandlung von Obdachlosen in der Stadt in Verbindung bringt. Unter den Verstorbenen ist auch Marlies S., eine ehemalige Sozialarbeiterin, die starb, nachdem sie von ihrem Schlafplatz vertrieben worden war.

Marlies S. hatte selbst im sozialen Bereich gearbeitet, bevor sie auf der Straße landete. Aufgrund städtischer Vorschriften musste sie immer wieder ihren Standort wechseln und blieb so ohne sicheren Unterschlupf. Ihr Tod ist zu einem Symbol für Aktivist:innen geworden, die einen Wandel fordern.

Die Initiative "Schlafen statt Strafen" kritisiert, dass Dortmunds aktuelle Politik schutzbedürftige Menschen im Stich lässt. Zu ihren Forderungen gehören mehr öffentliche Toiletten, ein uneingeschränkter Zugang zu Notunterkünften und ein spezieller Kältebus für den Winter. Zudem verlangen sie ein Ende von Bußgeldern und Strafen gegen Obdachlose.

Die Dortmunder Polizei betont, sie setze auf eine Balance zwischen Ordnungsmaßnahmen und Hilfsangeboten. Kritiker wie Stefan Cramer, ein Obdachloser in der Stadt, fordern jedoch dringend mehr Wohnraum. Die Initiative besteht darauf, dass Würde für obdachlose Menschen nur durch sichere, dauerhafte Unterkünfte möglich ist.

Der Gedenkmarsch lenkt die Aufmerksamkeit auf die Gefahren, denen Obdachlose auf Dortmunds Straßen ausgesetzt sind. Die Organisator:innen hoffen, dass die Veranstaltung die Stadt zu besseren Schutzmaßnahmen und Wohnlösungen bewegt. Die Debatte darüber, wie schutzbedürftige Bürger:innen in den harten Wintermonaten unterstützt werden können, dauert derweil an.