Dortmunds neuer CDU-Bürgermeister setzt auf Sicherheit und Bildung in seinen ersten 100 Tagen
Horst FischerDortmunder OB Kalouti: Bildung hat zentrale Bedeutung - Dortmunds neuer CDU-Bürgermeister setzt auf Sicherheit und Bildung in seinen ersten 100 Tagen
Alexander Kalouti hat inzwischen fast 100 Tage als erster Bürgermeister Dortmunds von der Christlich-Demokratischen Union (CDU) seit nahezu 80 Jahren im Amt verbracht. In Beirut geboren und in Süddeutschland aufgewachsen, bringt er eine vielfältige Perspektive in die Position ein. Seine ersten Schwerpunkte liegen auf der Verbesserung von Sicherheit und Bildung in der Stadt.
Seit seinem Amtsantritt hat Kalouti ein einwöchiges Pilotprojekt gestartet, um die Präsenz von Polizei und kommunalen Ordnungsdiensten in Dortmund zu erhöhen. Die Initiative stieß bereits auf positive Resonanz bei Anwohnern und lokalen Unternehmen.
Kaloutis Wahl folgte einem Wandel in Dortmunds politischem Gefüge nach den Kommunalwahlen im September 2024. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) verlor ihre absolute Mehrheit und fiel von 34 auf 28 Sitze im 84-köpfigen Stadtrat. Die Grünen verzeichneten dagegen deutliche Zugewinne und stiegen von 11 auf 17 Sitze, während die CDU stabil bei 22 Mandaten blieb. Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) baute ihre Präsenz auf neun Sitze aus, während kleinere Parteien wie die FDP und Die Linke leichte Verschiebungen erfuhren.
Diese Veränderung führte im November 2024 zu einer neuen SPD-Grünen Koalitionsregierung unter Bürgermeister Elias Balkauow (SPD), die die vorherige SPD-Minderheitsregierung ablöste. Ein Kooperationsabkommen mit CDU und Grünen in der Opposition verbesserte die parteiübergreifende Zusammenarbeit in den Bereichen Wohnen und Klimaschutz. Trotz der politischen Neuaufstellung schloss Kalouti Bündnisse mit der AfD aus, auch wenn die Mehrheitsbeschaffung im Rat weiterhin eine Herausforderung bleibt.
Bildung und Sicherheit hat Kalouti zu seinen vorrangigen Themen erklärt. Er fordert erhebliche Investitionen in die frühkindliche Bildung und Schulen in Dortmund, um Personalmangel zu bekämpfen und die Sprachförderung für Kinder in der vielfältigen Bevölkerung zu stärken. Sein jüngstes Pilotprojekt zur verstärkten Präsenz von Ordnungskräften unterstreicht seinen pragmatischen Ansatz bei der Bewältigung von Sicherheitsfragen.
Obwohl er Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für dessen direkte Auseinandersetzung mit Problemen lobt, kritisiert Kalouti das Fehlen einer offenen Debatte über den tatsächlichen Zustand der Städte und ihre Herausforderungen. Seine eigene Biografie – aufgewachsen im Libanon und in Deutschland – prägt seine Überzeugung, dass Chancen allen offenstehen sollten, unabhängig von Religion oder Herkunft.
Kaloutis erste Amtsmonate waren von schnellem Handeln in den Bereichen Sicherheit und Bildung geprägt. Die positive Aufnahme des Pilotprojekts in Dortmund deutet auf frühe Unterstützung für seinen Kurs hin. Angesichts eines zersplitterten Stadtrats und einer klaren Absage an eine Zusammenarbeit mit der AfD wird sich seine Führung vermutlich auf den Aufbau breiterer Konsense konzentrieren – bei gleichzeitiger Förderung langfristiger Investitionen in Dortmunds Zukunft.