Durchbruch für Bus- und Bahnmitarbeiter: Kürzere Arbeitszeiten ohne Lohnverlust in NRW
Hans-Theo KuhlDurchbruch für Bus- und Bahnmitarbeiter: Kürzere Arbeitszeiten ohne Lohnverlust in NRW
Beschäftigte im Öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen haben eine neue Vereinbarung durchgesetzt, die ihre Arbeitsbedingungen deutlich verbessert. Der Kompromiss sieht kürzere Arbeitszeiten, höhere Zuschläge für Sonntagsarbeit und verlängerte Ruhepausen vor. Unklar bleibt jedoch, wie die zusätzlichen Kosten getragen werden sollen.
Ab Juli 2027 verkürzt sich die wöchentliche Arbeitszeit schrittweise von 39 auf 38,5 Stunden, bis sie im Juli 2028 bei 38 Stunden liegt – und das ohne Lohnkürzungen. Zudem steigen die Sonntagszuschläge, und die gesetzlichen Pausen werden ausgeweitet. Auch kurzfristig Beschäftigte profitieren von stärkerem Kündigungsschutz unter den neuen Regelungen.
Um den Fahrplan mit weniger Arbeitsstunden aufrechtzuerhalten, könnten Verkehrsbetriebe gezwungen sein, zusätzliches Personal einzustellen. Das würde die Personalkosten in die Höhe treiben, doch ein konkreter Finanzierungsplan fehlt bisher. Möglicherweise müssen Behörden, Länder oder letzlich die Fahrgäste über höhere Ticketpreise für die Mehrkosten aufkommen.
Eine sofortige Preiserhöhung gilt zwar als unwahrscheinlich, langfristig könnten Anpassungen aber unvermeidbar sein. Die Einigung stellt für die Beschäftigten einen wichtigen Fortschritt dar und könnte den Sektor für Nachwuchskräfte attraktiver machen.
Die Vereinbarung bringt greifbare Vorteile für die Mitarbeiter – von kürzeren Arbeitszeiten bis zu besseren Bezahlbedingungen. Doch die Finanzierungsfrage bleibt offen: Entweder müssen öffentliche Haushalte die Kosten tragen oder die Fahrgäste über teurere Tickets. Langfristig könnten letztere die Zeche zahlen.






