Dürrs radikaler Plan: Sprach-Tests für alle Vierjährigen vor der Schule
Horst FischerDürrs radikaler Plan: Sprach-Tests für alle Vierjährigen vor der Schule
FDP-Chef Christian Dürr schlägt verpflichtende Tests für alle Vierjährigen in Deutschland vor. In einem Interview mit t-online begründete er dies damit, dass eine frühe Überprüfung sicherstelle, dass Kinder schulreif seien. Dürr betonte, die meisten Vierjährigen könnten bereits gut Deutsch sprechen – daher seien solche Tests sowohl machbar als auch notwendig.
Die Tests sollen zwei Jahre vor der Einschulung stattfinden. Nur wer besteht, würde aufgenommen, während andere verpflichtende Sprachförderung und eine Nachtestung erhalten würden. Dürr warnte, dass mangelnde Deutschkenntnisse langfristige Probleme verursachten und Schulen gezwungen seien, Lehrpläne zu vereinfachen.
Kritik übte Dürr an der aktuellen Bildungspolitik mehrerer Bundesländer. Er verurteilte Niedersachsen dafür, dass es wegen Sprachdefiziten die schulischen Anforderungen senke – etwa durch den Verzicht auf schriftliche Division. Auch den Plan von Nordrhein-Westfalen, Schulaufgaben in den Herkunftssprachen der Schüler zuzulassen, nannte er einen "falschen Weg".
Trotz seiner Initiative hat noch keines der 16 Bundesländer konkrete Pläne für verpflichtende Vorschul-Tests vorgelegt. Dürrs Vorschlag bleibt vorerst ein bundesweites Diskussionsthema – nicht jedoch eine umgesetzte Maßnahme.
Falls realisiert, würden die Tests die frühe Bildung in Deutschland grundlegend verändern. Kinder, die durchfallen, müssten zunächst Sprachförderprogramme durchlaufen, bevor sie den Test wiederholen dürfen. Dürrs Ziel ist es, künftige Lehrplan-Kürzungen zu verhindern – doch eine baldige Umsetzung durch die Länder ist unwahrscheinlich.






