Düsseldorf plant umstrittenes Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild in Oberbilk
Horst FischerDüsseldorf plant umstrittenes Drogenhilfezentrum nach Zürcher Vorbild in Oberbilk
Düsseldorf stellt Pläne für neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk vor
An diesem Donnerstagabend wird Düsseldorf die Pläne für ein neues Drogenberatungszentrum im Stadtteil Oberbilk vorstellen. Die Stadt hat bereits 3,3 Millionen Euro im diesjährigen Haushalt für das Projekt eingeplant. Trotz lokaler Widerstände zeigen sich die Verantwortlichen überzeugt, dass der Ansatz erfolgreich sein wird.
Das Konzept orientiert sich am "Zürcher Modell", wobei unklar bleibt, wie genau dessen bisherige Ergebnisse aussehen.
Das geplante Zentrum soll schrittweise ab diesem Sommer in Betrieb gehen. Es wird soziale Beratung, medizinische Grundversorgung und psychiatrische Unterstützung nach einem modularen System anbieten. Vertreter der Stadt argumentieren, dass dieser gestufte Ansatz helfen werde, drogenbedingte Probleme in der Nähe des Düsseldorfer Hauptbahnhofs zu bewältigen.
Widerstand kommt von der "Bürgerinitiative Eisenstraße", die über 2.200 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt hat. Kritiker werfen dem geplanten Konsumraum vor, gegen geltendes Recht zu verstoßen und Anwohner sowie benachbarte Schulen mit den Folgen allein zu lassen.
Bei der Sitzung am Donnerstag werden Sozialarbeiter und Streetwork-Teams zu Wort kommen. Ihre Aufgabe wird es sein, die Ziele des Projekts zu erläutern und auf Bedenken der Anwohner einzugehen.
Die Stadt beharrt darauf, dass das Modell funktionieren wird, und hat die Finanzierung bereits sichergestellt. Falls umgesetzt, soll das Zentrum zu einem zentralen Baustein der Düsseldorfer Strategie im Umgang mit drogenbezogenen Herausforderungen werden. Das Ergebnis der Donnerstagsdebatte könnte die nächsten Schritte des Projekts prägen.