02 February 2026, 02:16

Düsseldorfer Startup verwandelt CO₂ in klimafreundlichen Zementersatz

Ein Gebäude mit einer Tafel, auf der "Citi Global College" steht, umgeben von Straßenmasten, Straßenlaternen, Strommasten, Stromkabeln, Kraftfahrzeugen, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Düsseldorfer Startup verwandelt CO₂ in klimafreundlichen Zementersatz

Düsseldorfer Startup nimmt eine der größten CO₂-Herausforderungen der Baubranche in Angriff

Das in Düsseldorf ansässige Startup Co-reactive hat eine Lösung entwickelt, um CO₂ in hochwertige Zementersatzstoffe umzuwandeln. Mit dieser Technologie will das Unternehmen nicht nur Emissionen senken, sondern gleichzeitig die Festigkeit von Beton verbessern – und das zu einem Zeitpunkt, an dem herkömmliche Alternativen immer schwerer zu beschaffen sind.

Die Zementproduktion ist derzeit für etwa 8 % der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich. Steigende CO₂-Preise könnten die Herstellungskosten innerhalb eines Jahrzehnts um bis zu 100 % in die Höhe treiben und den Druck erhöhen, nachhaltigere Lösungen zu finden. Gleichzeitig verschwinden klassische Ersatzstoffe wie Flugasche und Hüttensand, da Kohlekraftwerke stillgelegt und die Stahlproduktion umgestellt wird.

Das Verfahren von Co-reactive mineralisiert CO₂ zusammen mit natürlichen Mineralien zu so genannten supplementären zementartigen Materialien (SCMs). Diese ersetzen den besonders klimaschädlichen Klinker, den Hauptbestandteil von Zement, und steigern gleichzeitig die Haltbarkeit von Beton. Die Technologie lässt sich als Drop-in-Lösung direkt in bestehende Produktionslinien integrieren – ohne größere Umbauten.

Das Startup hat nun 6,5 Millionen Euro an Seed-Finanzierung eingesammelt. Zu den Investoren zählen der High-Tech Gründerfonds (HTGF), die NRW.Bank sowie auf Klimatechnologien spezialisierte Firmen wie HBG Ventures und Evercurious VC. Zudem erhält Co-reactive öffentliche Förderung durch das Bundesprogramm "Förderung effizienter Industrie- und Klimatechnologien" (BIK).

Mit den frischen Mitteln will das Unternehmen bis zum zweiten Quartal 2026 eine Demonstrationsanlage mit einer Kapazität von 1.000 Tonnen pro Jahr errichten. Ab 2027 plant das Team gemeinsam mit Industriepartnern den Bau größerer, erstmals im industriellen Maßstab umgesetzter Anlagen. Wie Dr.-Ing. Andreas Bremen, CEO von Co-reactive, erklärt, gehe es darum, die CO₂-Mineralisierung von Labortests in die großtechnische Anwendung zu überführen.

Anna Stetter vom HTGF bezeichnete die Technologie als skalierbare, sogar kohlenstoffnegative Alternative. Sie betonte ihr Potenzial, die Baubranche zu verändern, indem sie eine zuverlässige Lösung für den schwindenden Bestand an herkömmlichen Ersatzstoffen biete.

Die Finanzierung soll Co-reactive dabei helfen, den Prozess von der Prototypenphase in die industrielle Produktion zu überführen. Die Demonstrationsanlage soll Mitte 2026 in Betrieb gehen, die breitere Markteinführung ist ab 2027 geplant. Bei Erfolg könnte die Technologie Zementherstellern, die mit strengeren Emissionsvorgaben und steigenden Kosten konfrontiert sind, eine klimafreundliche Option bieten.