15 February 2026, 02:19

Düstere Satire und Bond-Gerüchte: Rosen schneiden polarisiert auf der Berlinale 2025

Ein Mann und eine Frau umarmen und küssen sich auf einer Bühne, wobei die Frau einen Blumenstrauß hält, umgeben von Stühlen, Blumenvasen und anderen Gegenständen.

Düstere Satire und Bond-Gerüchte: Rosen schneiden polarisiert auf der Berlinale 2025

Auf der Berlinale 2025 feierte Rosen schneiden Weltpremiere – ein düster-satirisches Drama mit Callum Turner in der Hauptrolle. Unter der Regie des brasilianischen Filmemachers Karim Aïnouz neu interpretiert der Film Marco Bellocchios Klassiker Faust im Nacken (1965) und setzt sich mit scharfem Blick mit familiärer Dysfunktion und ererbten Privilegien auseinander. Für unerwartete Aufmerksamkeit sorgte dabei ein Überraschungsauftritt des Popstars Dua Lipa, die ihren Verlobten Turner auf dem roten Teppich unterstützte.

Die Premiere fand am 14. Februar 2026 – passend zum Valentinstag – statt. Turner und Lipa präsentierten sich dabei in stilvoller Eleganz: Sie in einem gewagten, durchsichtigen Spitzenkleid, er in einem schlichten braunen Anzug. Ihr Auftritt auf dem roten Teppich wurde schnell zum Gesprächsthema und verband romantische Stimmung mit dem filmischen Rummel des Festivals.

Aïnouz, bekannt für seine mutige Erzählweise, beschrieb Rosen schneiden als eine "operhafte Absurdität". Der Film begleitet vier amerikanische Geschwister, die mit Einsamkeit, Reichtum und der erdrückenden Last des Familienerbes kämpfen. Neben Turner gehören Jamie Bell, Lukas Gage, Tracy Letts und Pamela Anderson zum Ensemble – jeder bringt eine besondere Intensität in die verdrehte Familiensaga ein.

Auf der Pressekonferenz zum Film rückte jedoch schnell Turners angebliche Beteiligung an der nächsten James-Bond-Reihe in den Fokus. Auf direkte Nachfrage blieb der Schauspieler verschlossen und belohnte die Journalisten lediglich mit einem verschmitzten Lächeln. Sein Kollege Tracy Letts lockerte die Stimmung auf, indem er scherzhaft vorschlug, er solle stattdessen für die Rolle in Betracht gezogen werden. Später lachte Turner mit Letts backstage über die Spekulationen und tat sie mit gelassener Leichtigkeit ab.

Für Aïnouz hat das Festival eine besondere Bedeutung. Als Stammgast der Berlinale hegt er seit Langem Ambitionen, die über das Arthouse-Kino hinausgehen – darunter auch den Traum, einmal einen Bond-Film zu drehen. "Das wäre eine der größten Vorstellungen, die ich mir machen kann", gab er in einem Interview zu, doch derzeit liegt sein Fokus auf Rosen schneiden und dessen provokanten Themen.

Die Premiere des Films hat seinen Platz als einer der meistdiskutierten Beiträge des Festivals gefestigt. Mit seiner scharfen Satire und herausragenden schauspielerischen Leistungen unterstreicht der Streifen Aïnouzs Ruf als Meister anspruchsvoller Erzählkunst. Gleichzeitig sorgten Turners Bond-Gerüchte und Lipas Überraschungsbesuch dafür, dass das Event noch lange nach dem Abspann im Rampenlicht blieb.