10 February 2026, 02:09

E-world 2023: Wie Deutschland und Europa die Energiekrise nach Russlands Gasstopp meistern wollen

Eine Liniengrafik, die den primären Energieverbrauch nach Brennstoff von 1980 bis 2040 zeigt, unterteilt in vier Abschnitte, die verschiedene Brennstoffquellen darstellen, wobei jeder Abschnitt in Prozent unterteilt ist.

E-world 2023: Wie Deutschland und Europa die Energiekrise nach Russlands Gasstopp meistern wollen

Europas größte Energiefachmesse, die E-world, bringt vom 10. bis 12. Februar 2023 über 900 Branchenführer in Essen zusammen. Die Veranstaltung findet zu einem entscheidenden Zeitpunkt statt, da sich der globale Gasmarkt weiterhin an die Folgen der russischen Lieferstopps über Pipelines im Jahr 2022 anpasst. Experten werden über aktuelle Entwicklungen diskutieren, darunter die nachlassende Nachfrage in Asien und Deutschlands Pläne für einen neuen Kapazitätsmarkt bis 2027.

Der Ausfall des russischen Gases im Jahr 2022 hat die globale Energielandschaft grundlegend verändert. Seither hat die Nachfrage in Asien nachgelassen: Die chinesischen Flüssiggas-Importe (LNG) sanken Anfang 2025 um 22 Prozent – bedingt durch milde Witterung sowie Konkurrenz durch Kohle, Kernenergie und erneuerbare Energien. Für 2026 wird zwar ein leichtes Wachstum von 4 bis 7 Prozent erwartet, doch das Marktumfeld bleibt von Überangebotsrisiken geprägt, insbesondere im Sommer 2026.

Auf der E-world werden sich die Teilnehmer in Sonderberichten mit diesen Herausforderungen auseinandersetzen, insbesondere im Gas- und deutschen Stromsektor. Ein zentrales Thema ist der geplante Kapazitätsmarkt, der die Versorgungssicherheit gewährleisten und stabile Einnahmen für Versorger und Betreiber thermischer Kraftwerke sichern soll. Auch Entwickler erneuerbarer Energien könnten profitieren, indem sie Projekte mit steuerbaren Anlagen kombinieren und so ihre Finanzierungsmöglichkeiten verbessern.

Zudem steht die CO₂-Bepreisung auf der Agenda: Die Preise für EU-Emissionszertifikate (EUA) dürften 2026 im Schnitt bei 85 Euro pro Tonne liegen. Branchenexperten werden Einschätzungen zur Energiewende teilen und Fragen zu den aktuellen Entwicklungen beantworten.

Die E-world 2023 findet statt, während sich Europa an einen Gasmarkt anpasst, der noch immer unter den russischen Lieferkürzungen leidet. Deutschlands Kapazitätsmarkt soll bis 2027 Einnahmenlücken schließen und die Energieversorgung sichern. Gleichzeitig bleiben Überangebotsrisiken und die veränderte Nachfrage aus Asien zentrale Themen für die mehr als 900 Teilnehmer der Messe.