28 March 2026, 20:14

Eigenheim in Deutschland: Warum der Traum für viele unerreichbar wird

Schwarze und weiße architektonische Zeichnung eines Hauses mit zahlreichen Fenstern und einem geneigten Dach, das als erstes Haus in Deutschland bezeichnet wird, begleitet von detaillierten Plänen und Text.

Eigenheim in Deutschland: Warum der Traum für viele unerreichbar wird

Wohnungskauf in Deutschland wird immer teurer – und für viele unerreichbar

Der Erwerb von Wohneigentum in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden. Steigende Preise, strengere Vorschriften und höhere Steuern haben die Kosten stark in die Höhe getrieben. Nun schlägt ein führender Ökonom noch schärfere Maßnahmen vor – und entfacht damit eine Debatte darüber, ob sich der Traum vom Eigenheim für viele überhaupt noch erfüllen lässt.

Zwischen 2010 und 2022 stiegen die Preise für Häuser und Wohnungen in Deutschland um rund 94 Prozent. Niedrige Zinsen, ein begrenztes Angebot und das Bevölkerungswachstum befeuerten diesen Boom. Doch seit 2022 bremsen gestiegene Kreditzinsen und neue staatliche Regelungen – wie die CO₂-Steuer und verschärfte Energieeffizienzvorgaben – den Markt aus. Bis Ende 2025 wird nur noch mit einem Preisanstieg von 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gerechnet, nachdem es in einigen Städten wie Frankfurt sogar Rückgänge gab.

Doch der Kaufpreis ist nicht alles: Käufer müssen mit zusätzlichen Kosten von mindestens 10 Prozent rechnen. Dazu zählen Maklerprovisionen, Notargebühren und die Grunderwerbsteuer, die in Nordrhein-Westfalen mittlerweile bei 6,5 Prozent liegt. Über die Jahre sind die Abgaben auf Immobilien immer weiter gestiegen und belasten die Haushaltskassen zusätzlich. Viele Eigentümer zahlen am Ende sogar das Eineinhalbfache des ursprünglichen Kaufpreises, bis ihre Hypothek abbezahlt ist.

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), fordert nun noch höhere Grundsteuern. Seine Vorschläge umfassen Abgaben auf steigende Bodenwerte sowie eine staatlich vorgeschriebene Hypothekenpflicht für Eigentümer. Er argumentiert, andere Länder würden hohe Grundsteuern mit niedrigeren Einkommens- oder Unternehmenssteuern ausgleichen – doch Kritiker zweifeln, dass Deutschland diesem Beispiel folgen wird. Gleichzeitig profitieren Mieter von starken staatlichen Subventionen, was den Wohnungskauf im Vergleich noch unattraktiver macht.

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Hinzu kommt der wachsende Druck auf Eigentümer, in klimafreundliche Sanierungen zu investieren. Pflichtmodernisierungen, um die staatlichen Vorgaben zu erfüllen, treiben die Kosten um tausende Euro in die Höhe. Da Hypotheken in Deutschland ohnehin schon schwerer zu bekommen sind als in vielen anderen Ländern, steigt die finanzielle Belastung weiter an.

Die Kombination aus hohen Kaufpreisen, strengeren Regularien und möglichen Steuererhöhungen macht den Immobilienkauf in Deutschland zu einer immer größeren Herausforderung. Für viele rückt der Traum vom Eigenheim in weite Ferne – während Mieter durch staatliche Unterstützung abgeschirmt bleiben. Die Diskussion über Fratzschers Pläne wird voraussichtlich an Schärfe gewinnen, wenn die Politik Abwägungen zwischen Bezahlbarkeit und Haushaltsinteressen treffen muss.

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