Eine Milliarde erhebt sich: Globaler Tanzprotest gegen Gewalt an Frauen
Hans-Theo KuhlTanz-Aktionen in Städten - Zeichen gegen Gewalt an Frauen - Eine Milliarde erhebt sich: Globaler Tanzprotest gegen Gewalt an Frauen
Die One Billion Rising-Kampagne bringt Menschen erneut zusammen, um gegen Gewalt an Frauen zu protestieren. Die 2012 von der US-amerikanischen Künstlerin und Feministin Eve Ensler ins Leben gerufene Bewegung nutzt Tanz als kraftvolle Form des Widerstands. In diesem Jahr sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer weltweit aufgerufen, ihre eigenen Tanzvideos zum Kampagnenlied Women on Fire zu teilen.
Die Initiative hat sich im Laufe der Jahre beträchtlich weiterentwickelt. Seit ihrem Start hat sie Aktivistinnen und Aktivisten in über 200 Ländern mobilisiert, mit großen Veranstaltungen in Metropolen wie Mumbai, Johannesburg, São Paulo und Manila. Allein in Nordrhein-Westfalen beteiligen sich in diesem Jahr rund 30 Städte und Gemeinden an der Aktion.
Die zentrale Botschaft der Kampagne bleibt dringend: Milliarden von Frauen erleben in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt. Durch die Organisation von Tanzprotesten verwandelt One Billion Rising öffentliche Plätze in Bühnen der Solidarität und des Widerstands.
In Nordrhein-Westfalen haben lokale Gruppen ihre Veranstaltungen an regionale Themen angepasst. In Siegburg steht die Kundgebung unter dem Motto "Nein heißt Nein! Auch während des Karnevals!" – eine direkte Reaktion auf die Besorgnis über Belästigungen während der Festtagszeit. Unterdessen wird im Duisburger Stadtzentrum eine Tanzdemonstration stattfinden, die die globale Einheit der Frauen symbolisiert. Auch auf dem Detmolder Marktplatz werden Teilnehmerinnen durch Bewegung ein Zeichen setzen.
Über Deutschland hinaus erweitert die Kampagne weiterhin ihre Reichweite. Seit 2012 hat sie in mehr als 200 Ländern Aktionen angeregt, wobei sich die Zahl der teilnehmenden Städte jährlich ändert. Diesmal wollen die Organisatorinnen und Organisatoren aus eingereichten Tanzclips ein globales Videocollage erstellen, um Stimmen weltweit zu verstärken.
Die Medienwissenschaftlerin Astrid Deuber-Mankowsky von der Ruhr-Universität Bochum betont die doppelte Natur moderner Aktivismusformen. Zwar hätten digitale Plattformen die Protestmöglichkeiten erweitert, doch unterstreicht sie die anhaltende Bedeutung von physischer Präsenz. Die Rückeroberung von Straßen und Plätzen, so ihr Argument, halte den Kampf sichtbar und greifbar.
Die diesjährigen One Billion Rising-Veranstaltungen finden in Dutzenden deutscher Städte und Hunderten von Orten weltweit statt. Die Kombination aus Tanz, digitaler Teilhabe und öffentlichem Protest zeigt die Anpassungsfähigkeit der Kampagne. Wer Videos einreicht oder sich lokalen Kundgebungen anschließt, trägt dazu bei, die kollektive Forderung nach einem Ende geschlechtsspezifischer Gewalt zu verstärken.