14 January 2026, 14:35

Eisglätte zwingt NRW-Schulen zum spontanen Wechsel auf Distanzunterricht

Eine Klasse in Nigeria mit Schülerinnen und Schülern, die Gesichtsmasken tragen und auf Bänken sitzen oder stehen, mit Büchern und Gegenständen auf Tischen, Fenstern, einer Tür und Deckenlampen und -ventilatoren im Hintergrund.

Eisglätte zwingt NRW-Schulen zum spontanen Wechsel auf Distanzunterricht

Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen stellen wegen Eisglätte auf Distanzunterricht um

An Schulen in Nordrhein-Westfalen wurde am Montag flächendeckend auf Distanzunterricht umgestellt, nachdem glatteisbedingte Wetterverhältnisse zu weitreichenden Schließungen geführt hatten. Bildungsministerin Dorothee Feller verteidigte die Maßnahme und verwies auf extreme Unwetterwarnungen als Grund für die kurzfristige Entscheidung.

Die plötzliche Ankündigung traf viele Eltern und Lehrkräfte unvorbereitet. Der Landeselternverband Grundschule kritisierte die fehlende Vorlaufzeit und betonte, Familien hätten mehr Zeit für die Umstellung gebraucht. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) äußerte Bedenken und wies auf anhaltende Probleme bei der ungleichen Ausstattung mit Technik und der Unterstützung für digitalen Unterricht hin.

Die politische Reaktion fiel gespalten aus. Die FDP unter Landesvorsitzendem Henning Höne bezeichnete die Schließungen als überzogen und schlug vor, mildere Alternativen hätten geprüft werden können. Die SPD erkannte zwar die Schwierigkeiten durch die kurze Vorwarnzeit an, lobte jedoch Fellers Priorisierung der Schülersicherheit. Gleichzeitig stellte sie infrage, ob die Entscheidung nicht früher hätte getroffen werden können, um die Belastungen zu verringern. Feller blieb bei ihrer Haltung und betonte, das extreme Wetter habe keinen Spielraum für Kompromisse gelassen. Die Schulen blieben geschlossen, während die Temperaturen sanken und die Straßen zunehmend gefährlich wurden.

Von den Schließungen waren Tausende Schüler betroffen, die kurzfristig auf Lernen von zu Hause umstellen mussten. Zwar stand die Sorge um die Sicherheit im Vordergrund, doch die fehlende Vorwarnung und bestehende Defizite bei der Unterstützung des Distanzunterrichts zogen Kritik nach sich. Nun sollen die Schulen die Auswirkungen bewerten, sobald sich die Wetterlage bessert.