Enni setzt auf weibliche Doppelspitze: Zwei Julias übernehmen 2026 die Führung
Hans-Theo KuhlEnni setzt auf weibliche Doppelspitze: Zwei Julias übernehmen 2026 die Führung
Wechsel an der Spitze des Enni-Aufsichtsrats Bürgermeisterin Julia Zupancic löst Volker Marschmann ab
Vorspanne Die Zahl der Aufsichtsratssitzungen, die Volker Marschmann geleitet hat, lässt sich schnell überschlagen – etwa 90 in 21 Jahren. Eines steht fest: Die jüngste Sitzung Anfang Dezember war seine letzte.
18. Dezember 2025, 12:53 Uhr
Die Enni-Gruppe steht 2026 vor einem weitreichenden Führungswechsel. Julia Kaufmann übernimmt als Vorstandsvorsitzende die Nachfolge von Stefan Krämer, während Bürgermeisterin Julia Zupancic den Vorsitz im Aufsichtsrat übernimmt. Damit werden erstmals beide Spitzenpositionen mit Frauen besetzt.
Enni wurde unter der Führung von Stefan Krämer und Volker Marschmann gegründet und ausgebaut. Gemeinsam bündelten sie alle Geschäftsbereiche am Standort Jostenhof und formten das Unternehmen zu einer diversifizierten Unternehmensgruppe. In 25 Jahren hat Enni über 350 Millionen Euro an ihre kommunalen Gesellschafter ausgeschüttet – Gelder, die in lokale Projekte in Mönchengladbach, Viersen und Kaarst flossen.
Volker Marschmann stand 21 Jahre lang dem Aufsichtsrat vor und leitete seit 2004 rund 90 Sitzungen. Seine letzte fand Anfang Dezember 2025 statt. Das Gremium, das mindestens viermal jährlich tagt, setzt sich aus Vertretern der drei Städte, Mitarbeitenden und Gesellschaftern zusammen.
Die künftige Aufsichtsratsvorsitzende Julia Zupancic leitet zudem den Verwaltungsrat von Enni – eine Premiere für das Unternehmen. Mit ihrer Berufung beginnt eine neue Ära, in der sowohl die operative als auch die kontrollierende Führungsebene in Frauenhand liegen.
Die Änderungen treten im Sommer 2026 in Kraft: Kaufmann übernimmt die Geschäftsführung, Zupancic den Aufsichtsratsvorsitz. Der Wandel folgt auf Jahrzehnte des Wachstums unter Krämer und Marschmann, die Enni zu einem zentralen regionalen Akteur geformt haben. Die künftige Ausrichtung des Unternehmens liegt nun in den Händen des neuen Führungsteams.