23 May 2026, 18:11

Europas Autoindustrie verliert global an Boden – doch Deutschland setzt auf E-Mobilität

Deutscher Autoindustrie Zusammenbruch - China baut Führung auf

Europas Autoindustrie verliert global an Boden – doch Deutschland setzt auf E-Mobilität

Europas Rolle in der globalen Automobilproduktion ist in den letzten zwei Jahrzehnten dramatisch geschrumpft. Im Jahr 2000 entfiel auf den Kontinent noch ein Anteil von 36 % an der weltweiten Pkw-Produktion – bis 2024 war dieser Wert jedoch auf nur noch 18,5 % gesunken. Dieser Rückgang spiegelt tiefgreifende Veränderungen in der Branche wider: Während die Fertigung in traditionellen Standorten zurückging, bauten neue Akteure ihre Kapazitäten aus.

Deutschland, einst Europas unangefochtener Spitzenreiter in der Automobilproduktion, verzeichnete seit 2015 einen Rückgang um 29 %. Damals wurden hierzulande noch 5,7 Millionen Personenkraftwagen gefertigt, 2024 waren es nur noch rund 4 Millionen. Auch der Anteil deutscher Fahrzeuge an Produktion und Absatz in ganz Europa sank – von 39 % im Jahr 2015 auf 34,6 % 2024. Dennoch bleibt Deutschland eine Schlüsselmacht bei Elektrofahrzeugen und belegt global Platz zwei hinter China in der E-Auto-Produktion.

Insgesamt fertigten Hersteller aus der EU und dem Vereinigten Königreich 2024 rund 12,5 Millionen Fahrzeuge – fast 4 Millionen weniger als 2015. Dieser Rückgang steht im Kontrast zu anderen Regionen: Besonders in der Türkei und in Marokko stiegen die Produktionskapazitäten im selben Zeitraum jeweils um 50 %. China wiederum legte massiv zu und produzierte zwischen 2015 und 2024 30 % mehr Pkw als Deutschland.

Auch die Tschechische Republik hat sich nach oben gearbeitet und ist mittlerweile drittgrößter Automobilproduzent Europas – hinter Deutschland und Spanien. Rund 30 % der in Deutschland gefertigten Pkw gehen inzwischen in Märkte außerhalb Europas, was die Abhängigkeit des Landes von der globalen Nachfrage unterstreicht. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, raten Experten, den Premiumsegment-Bereich zu stärken und gleichzeitig die politische Unterstützung für den Umstieg auf Elektromobilität auszubauen.

Die Zahlen zeigen einen klaren Trend: Europas Anteil an der weltweiten Automobilproduktion schrumpft, während Regionen wie China, die Türkei und Marokko aufholen. Deutschlands Rückgang in der klassischen Fertigung wird zwar teilweise durch seine Stärke bei Elektrofahrzeugen ausgeglichen, doch um diese Position zu halten, sind kontinuierliche Investitionen und politische Weichenstellungen nötig. Die Zukunft der Branche hängt nun davon ab, wie gut sie sich an neue Technologien und veränderte Marktanforderungen anpassen kann.

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