Europas Rüstungsindustrie: Hohe Ausgaben, aber wenig Effizienz trotz Rekordbudgets
Olav RuppertEuropas Rüstungsindustrie: Hohe Ausgaben, aber wenig Effizienz trotz Rekordbudgets
Europas Rüstungsindustrie kämpft trotz hoher Ausgaben mit Ineffizienz
Obwohl der Kontinent fast so viel investiert wie die USA, bringt Europa deutlich weniger militärische Fähigkeiten hervor. Eine neue Studie des IfW Kiel (Institut für Weltwirtschaft) offenbart tiefe strukturelle Schwächen in der Rüstungsproduktion der Mitgliedstaaten.
Während die USA mit nur einem Hauptkampfpanzer, dem M1 Abrams (in Varianten wie M1A2 SEPv2 und M1A2 SEPv3 mit modernstem Schutz), auskommen, unterhält Europa 14 verschiedene Panzermodelle – eine Zersplitterung, die Ressourcen verschwendet und die Effizienz mindert. Ähnlich verhält es sich bei U-Booten: Die USA setzen vier Klassen ein, Europa hingegen 16 unterschiedliche Systeme.
Für 2025 ist das europäische Verteidigungsbudget mit 550 Milliarden US-Dollar veranschlagt – fast 60 Prozent der US-Ausgaben. Trotz eines 150-Milliarden-Überschusses im Vergleich zu China bleibt die operative Schlagkraft des Kontinents weit hinter den Möglichkeiten zurück. Selbst Erfolgsprojekte wie das Flugabwehrsystem Iris TLM kommen nur langsam voran: Zwar verdoppelte sich die Produktion, doch die Auslieferung stieg lediglich von drei auf sechs Feuereinheiten.
Fachleute wie Moritz Schularick fordern einen einheitlichen europäischen Rüstungsmarkt, um Skaleneffekte zu nutzen. Parallel dazu strebt Nordrhein-Westfalen an, bis 2029 zum führenden deutschen Rüstungsstandort zu werden – mit 2,5 Millionen Euro für ein branchenspezifisches Cluster. Lokale Politiker wie Mona Neubaur haben Verteidigungsminister Boris Pistorius und Wirtschaftsministerin Katharina Reiche aufgefordert, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu beschleunigen.
Die Studie unterstreicht: Europa scheitert daran, seine Militärausgaben in entsprechende Fähigkeiten umzumünzen. Ohne tiefgreifendere Integration drohen die Ineffizienzen anzudauern. Die Verantwortlichen stehen nun unter Druck, die Produktion zu straffen und die länderübergreifende Kooperation auszubauen.






