04 March 2026, 04:10

Evonik erwägt Millionenklage gegen US-Zölle auf Industriechemikalien

Ein Schwarz-Weiß-Foto einer Box mit der Aufschrift "Hindenburg-Wiche, Deutschland" mit einer Landkarte im Hintergrund.

Evonik erwägt Millionenklage gegen US-Zölle auf Industriechemikalien

Deutscher Chemiekonzern Evonik prüft Entschädigungsforderungen gegen US-Zölle

Der Essener Chemiekonzern Evonik untersucht mögliche Klagen auf Schadensersatz wegen der US-Importzölle. Das Unternehmen erwägt, Verluste in Höhe von mehreren Zehnt Millionen Euro geltend zu machen. Die Maßnahmen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die USA Zölle auf eine Reihe von Industriegütern erheben – darunter Chemikalien, Metalle und Automobilprodukte.

Die unter Section 232 eingeführten Abgaben belasten bereits Stahl (25 Prozent), Aluminium (10 Prozent), Kupfer und Autos. Nun stehen weitere Zölle auf Industriechemikalien, Batterien, Kunststoffrohre, Gusseisen und Elektronik zur Diskussion.

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Für Evonik bleibt das direkte finanzielle Risiko durch die Zölle begrenzt, da das Unternehmen viele seiner Produkte vor Ort in den USA herstellt und somit weniger von Einfuhrabgaben betroffen ist. Dennoch prüft die Führungsebene, ob rechtliche Schritte wegen möglicher Verluste im unteren zweistelligen Millionenbereich eingeleitet werden sollen.

Obwohl die Zölle Herausforderungen mit sich bringen, könnten sie auch indirekte Vorteile bieten: Ein Rückgang der Konkurrenz durch chinesische Unternehmen könnte Evoniks Marktposition in den USA stärken. Trotzdem setzt sich das Unternehmen weiterhin für offene Märkte und faire Handelsbedingungen ein.

Die USA haben bereits hohe Zölle auf Stahl, Aluminium und Kupfer verhängt. Zusätzliche Abgaben auf Industriechemikalien und andere Produkte würden die Kosten für Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks weiter in die Höhe treiben. Evonik und andere deutsche Chemieunternehmen sehen sich nun einem komplexen Handelsumfeld gegenüber – mit Risiken, aber auch Chancen.

Die möglichen Entschädigungsforderungen von Evonik unterstreichen die finanzielle Belastung durch die US-Handelspolitik. Zwar dämpft die lokale Produktion die direkten Auswirkungen, doch könnten größere Marktverwerfungen den Geschäftsbetrieb dennoch beeinflussen. Eine Klage, falls sie eingereicht wird, würde die anhaltende Debatte über Zölle und ihre wirtschaftlichen Folgen weiter anheizen.