„Extrawurst“: Wenn ein Grillvorschlag den Tennisclub in die Krise stürzt
Horst FischerSchauspieler spricht über alltäglichen Rassismus - „Extrawurst“: Wenn ein Grillvorschlag den Tennisclub in die Krise stürzt
"Extrawurst" kommt im Januar in die Kinos – eine chaotische Tennisclub-Komödie mit Tiefgang
Am 15. Januar feiert die deutsche Komödie Extrawurst Premiere und bringt eine turbulente Tennisclub-Geschichte auf die Leinwand. Basierend auf dem gleichnamigen Bühnenstück folgt der Film einer Gruppe, die sich auf ihr Sommerfest vorbereitet – bis ein harmloser Vorschlag einen handfesten Konflikt auslöst. In der scharfsinnigen Satire unter der Regie von Marcus H. Rosenmüller führen Fahri Yardım und Hape Kerkeling ein hochkarätiges Ensemble an.
Im Mittelpunkt steht ein Tennisverein, dessen Pläne für das jährliche Fest jäh ins Wanken geraten, als jemand vorschlägt, für Erol, das einzige muslimische Mitglied, einen separaten Grill aufzustellen. Was als kleine Bitte beginnt, entfacht bald eine hitzige Debatte über Identität, Rassismus und gesellschaftliche Spaltungen. Die eskalierenden Streitigkeiten gefährden nicht nur das Fest, sondern das Überleben des gesamten Clubs.
Fahri Yardım schlüpft in die Rolle des Erol – eine Figur, mit der er sich eng verbunden fühlt. Im Gespräch mit spot on news erklärte er, wie die Erfahrungen seines Charakters seine eigenen widerspiegeln, besonders wenn er in Diskussionen unfreiwillig zum Sprecher einer größeren Gruppe wird. Yardım äußerte sich auch kritisch zum Begriff Cancel Culture und argumentierte, dieser werde oft von denen missbraucht, die sich gegen Veränderung oder neue Perspektiven sträubten. An seiner Seite spielen Comedy-Veteranen wie Hape Kerkeling als strenger Vereinsvorsitzender Heribert und Christoph Maria Herbst in einer tragenden Nebenrolle. Die Zusammenarbeit mit Kerkeling bezeichnete Yardım als Höhepunkt – er nannte ihn eine "lebende Legende" und persönliches Vorbild. Abseits der Kamera verriet der Schauspieler eine humorvolle Ironie: Obwohl er Vegetarier ist, zieht er die türkische Sucuk der bayerischen Weißen Wurst vor, die dem Film seinen Titel gibt.
Extrawurst kommt als zeitgemäße Komödie über zusammenprallende Werte und die Absurdität moderner Debatten in die Kinos. Mit einer Mischung aus Humor und gesellschaftskritischem Unterton spiegelt der Film reale Spannungen wider – Yardıms Performance verleiht der Geschichte dabei eine persönliche Note. Ob der Tennisclub seinen inneren Zwist überlebt, zeigt sich ab dem 15. Januar auf der großen Leinwand.