04 January 2026, 00:12

Fachkonferenz zeigt Wege aus der Schulgewalt – Experten fordern engere Netzwerke

Schüler in Uniformen stehen auf einem Weg und halten Papiere, mit einem Mädchen, das in ein Mikrofon spricht; dahinter ist eine Umzäunung mit einem Schuppen, der mit Luftballons geschmückt ist.

Fachkonferenz zeigt Wege aus der Schulgewalt – Experten fordern engere Netzwerke

Fachkonferenz zu Schulgewalt: Experten diskutieren Präventionsstrategien

Ende November 2025 fand eine neue Fachkonferenz zum Thema Gewalt an Schulen statt. Veranstaltet vom Polizeipräsidium Kleve und der LVR-Klinik Bedburg-Hau, brachte die Tagung Pädagogen, Psychologen und Vertreter der Strafverfolgungsbehörden zusammen, um das Problem der Jugendgewalt zu erörtern. Die Teilnehmer verließen die Veranstaltung mit klareren Handlungsstrategien zur Vorbeugung und besseren Vernetzung.

„Wege aus der (Schul-)Gewalt“ – Premierenkonferenz mit Praxisbezug

Am 26. November 2025 richtete die LVR-Klinik Bedburg-Hau die erste Auflage der Konferenz aus. Ziel war es, Schulmitarbeiter – von Schulleitungen über Lehrkräfte bis zu Sozialarbeitern – über Gewaltphänomene bei Kindern und Jugendlichen aufzuklären. Die Themen reichten von frühzeitiger Intervention bis zu rechtlichen Verantwortlichkeiten.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Dr. Nikolaus Barth, der in seinem Vortrag die Bedeutung sicherer Bindungserfahrungen als Schutzfaktor gegen aggressives Verhalten darlegte. Britta Baumanns, Leiterin der Schulpsychologischen Beratungsstelle Kleve, steuerte praxisnahe Einblicke aus ihrer Arbeit bei. Anschließend erläuterte Staatsanwältin Alexa Hell die Fürsorgepflicht von Schulen und Lehrkräften im Umgang mit Gefährdungssituationen. Astrid Klösters präsentierte eine Richtlinie zur „Zusammenarbeit bei der Prävention und Bekämpfung von Jugendkriminalität“ und betonte die Notwendigkeit einer engeren Kooperation zwischen Schulen, Jugendhilfe und Polizei.

Die Kriminalpräventive Abteilung des Polizeipräsidiums Kleve ergänzte das Programm mit Fachwissen zu Themen wie Cyberkriminalität, Suchtprävention und Initiativen wie „Kurve kriegen“. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Schulen fragen, Polizei antwortet“, in der Teilnehmer offene Fragen stellen konnten. Die Veranstalter werteten die Konferenz im Nachgang als vollen Erfolg. Viele hob hervor, wie wichtig stärkere Netzwerke sind, um gefährdete Jugendliche nicht durch die Raster der Hilfesysteme fallen zu lassen. Eine Folgeveranstaltung im Januar 2026 ist bereits in Planung, der Name des ausrichtenden Trägers steht jedoch noch nicht fest.

Gemeinsame Verantwortung für mehr Sicherheit Die Konferenz unterstrich, wie entscheidend das Zusammenspiel von Schulen, psychologischen Diensten und Strafverfolgungsbehörden ist. Die Teilnehmer erhielten konkrete Instrumente, um Risiken frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. Die Veranstalter kündigten an, das Format fortzuführen – ein Zeichen für das anhaltende Engagement im Jugendschutz.