Fachtagung im Rheinisch-Bergischen Kreis diskutiert bessere Berufseinstiege für Jugendliche
Hans-Theo KuhlFachtagung im Rheinisch-Bergischen Kreis diskutiert bessere Berufseinstiege für Jugendliche
Über 150 Teilnehmende kamen zur ersten Fachtagung zu Schul-Übergängen in den Beruf im Rheinisch-Bergischen Kreis zusammen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie die Lebenswelten junger Menschen ihren Einstieg in die Arbeitswelt prägen. Zu den Redner:innen und Gästen zählten Bildungsfachkräfte, Unternehmensvertreter:innen, Politiker:innen sowie junge Menschen selbst.
Eröffnet wurde die Tagung mit einem Impulsvortrag von Wiebke Jessen, die Erkenntnisse aus der SINUS-Jugendstudie vorstellte. Ihre Forschung identifiziert sieben unterschiedliche Jugendmilieus, die jeweils maßgeschneiderte Unterstützung beim Berufseinstieg benötigen.
Der Rheinisch-Bergische Kreis gilt seit Langem als Vorreiter in der Berufsorientierung. Seit 2005 begleitet ein eigens etabliertes Netzwerk Schüler:innen beim Übergang von der Schule in den Beruf, koordiniert durch eine zentrale Stelle. 2012 wurde die Region zum Modellkreis der Landesinitiative "Kein Abschluss ohne Anschluss" ernannt und baute seither Beratungsangebote für alle Schulformen aus.
In thematischen Foren wurden auf der Tagung zentrale Aspekte diskutiert: die Arbeitswelt aus Sicht junger Menschen, persönliche Entwicklung, Erwartungen der Wirtschaft sowie die Rolle der Eltern. Deutlich wurde, dass flexible Strategien nötig sind, um verschiedene Jugendgruppen gezielt zu erreichen.
Als Empfehlungen aus der Veranstaltung wurden die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle für die Einbindung von Eltern sowie die Verankerung von Persönlichkeitsentwicklung in Übergangsprogrammen formuliert. Ziel ist es, die Unterstützung besser an die vielfältigen Bedürfnisse junger Menschen und regionaler Arbeitgeber:innen anzupassen. Konkrete Sofortmaßnahmen wurden zwar nicht beschlossen, doch knüpfte die Tagung an die bestehenden Übergangsstrukturen des Kreises an.
Die Veranstaltung brachte Schulen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen zusammen, um die Berufsorientierung weiterzuentwickeln. Die Erkenntnisse der SINUS-Jugendstudie sollen künftige Programme im Rheinisch-Bergischen Kreis prägen. Die Organisator:innen planen, die Unterstützungsangebote kontinuierlich an die sich wandelnden Anforderungen junger Menschen und des Arbeitsmarktes anzupassen.






