Familienbetrieb AGS setzt auf Made in Germany statt China-Produktion
Olav RuppertFamilienbetrieb AGS setzt auf Made in Germany statt China-Produktion
Die AGS Automation Greifsysteme Schwope GmbH, ein familiengeführtes Unternehmen aus Herkenrath, hat sich auf die Entwicklung von Greifsystemen für Branchen wie Automobilbau und Abfülltechnik spezialisiert. Trotz Erkundungen in China entschied sich das Unternehmen bewusst dafür, die Produktion in Deutschland zu behalten. Nachhaltigkeit und regionale Verbundenheit stehen im Mittelpunkt ihrer Unternehmensphilosophie.
Das in Herkenrath gegründete Unternehmen stellt Greifer her, die weltweit in robotergestützten Montagelinien eingesetzt werden. Ihre Systeme heben Formteile, sortieren Verpackungen und transportieren Bauteile präzise und effizient. Rund 30 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet AGS mit Exporten.
Im April 2025 prüfte tw-elektric im Auftrag des Unternehmens Produktionsstätten in China und wählte schließlich das Werk von Suntak in Shenzhen aus – überzeugt von dessen Organisation, Sauberkeit und Qualitätsstandards. Doch die Familie Schwope zeigte sich von der Dimension und Automatisierung der chinesischen Fertigung verunsichert. Stattdessen entschied man sich, die Produktion in Deutschland fortzuführen. Die Leidenschaft von Geschäftsführer Marc Schwope für den Maschinenbau begann bereits in der Kindheit mit Fischertechnik-Baukästen. Sein Bruder René – Mechatroniker, staatlich geprüfter Techniker und Nachhaltigkeitskoordinator – setzt auf Technologien, die Mensch und Umwelt zugutekommen. Unter ihrer Führung hat AGS energieintensive Verfahren wie das Anodisieren abgeschafft, um den Energieverbrauch zu senken. Statt in teure "Greenwashing"-Zertifikate zu investieren, pflanzte das Unternehmen 3.000 Bäume auf von Borkenkäfern geschädigten Flächen in Herkenrath. Die Schwopes betonen, dass echte Nachhaltigkeit und regionale Verantwortung stärkerer politischer Unterstützung bedürfen, um langfristig zu bestehen.
AGS bleibt seinem Kurs treu: lokale Produktion und umweltbewusste Praktiken. Durch den Verzicht auf Auslagerungen und die Reduzierung energieintensiver Prozesse unterstreicht das Unternehmen sein Engagement für Nachhaltigkeit. Ihr Ansatz verbindet Innovation mit ökologischer Verantwortung – ein Vorbild für die deutsche Fertigungsindustrie.