28 March 2026, 20:14

FDP-Machtkampf: Dürr gegen Höne – wer führt die Liberalen aus der Krise?

Deutsches Propagandaplakat der NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa.

FDP-Machtkampf: Dürr gegen Höne – wer führt die Liberalen aus der Krise?

Die Freie Demokratische Partei (FDP) steht vor einem internen Machtkampf um den Vorsitz: Zwei Kandidaten werden sich beim Parteitag im Mai um die Spitzenposition bewerben. Der amtierende Parteichef Christian Dürr und Henning Höne treten dabei gegeneinander an. Die Debatte um die künftige Ausrichtung der Partei wird durch Forderungen des ehemaligen FDP-Mitglieds Volker Wissing befeuert, der eine klarere Positionierung einfordert.

Wissing, der die FDP nach dem Scheitern der Ampelkoalition unter Bundeskanzler Olaf Scholz verließ, aber als Parteiloser im Kabinett blieb, stellt infrage, ob der jüngste Rechtsruck der Liberalen die gewünschte Wirkung zeigt. Seine Äußerungen erhöhen den Druck auf die FDP, die in jüngsten Landeswahlen herbe Verluste hinnehmen musste.

Seit Dürr im vergangenen Mai den Parteivorsitz übernahm, hält die FDP konsequent an einem marktliberalen Kurs fest. Mit Betonung auf individuelle Freiheit, Ablehnung staatlicher Eingriffe und dem Selbstverständnis als optimistische Reformkraft will sie punkten. Doch diese Strategie stößt intern auf Kritik – etwa von Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Höne, die eine Neuausrichtung fordern.

Die Wahlergebnisse der FDP waren zuletzt enttäuschend: In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz erreichte die Partei nur 4,4 Prozent und verlor damit ihre Mandate im Landtag. Trotzdem setzt Dürr auf Erneuerung, setzt auf Leistungsanreize und stemmt sich gegen Wählerverluste an AfD und CDU. Der aktuelle Parteivorstand will beim Mai-Parteitag geschlossen zurücktreten, um eine Neuwahl über den bisherigen Kurs zu ermöglichen.

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Wissing, ehemaliger FDP-Generalsekretär, äußert sich seit Langem kritisch zur Lage der Partei. Er wirft ihr vor, eher Trends zu folgen als eigene Akzente zu setzen, und beschreibt den aktuellen Kurs als "libertär" statt klassisch liberal. Seine Forderung nach einer klaren Linie kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt: Die FDP steht vor der Wahl eines neuen Vorsitzenden – eine Entscheidung, die ihre politische Identität in den kommenden Jahren prägen wird.

Der Führungsstreit im Mai wird zeigen, ob die FDP an ihrem marktliberalen Kurs festhält oder eine Kehrtwende einleitet. Dürrs Strategie konnte die Wahlniederlagen bisher nicht stoppen, während Kritiker wie Wissing ihr mangelnde Strahlkraft vorwerfen. Die Weichenstellung wird maßgeblich beeinflussen, wie sich die Partei künftig im politischen Wettbewerb positioniert.

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