10 January 2026, 16:17

Fleischpreise im freien Fall: Aldi und Norma senken Hackfleisch drastisch

Eine Glasvitrine mit Tabletts voller Fleisch und Preisschildern, mit Gebäuden und Bäumen im Hintergrund und einer Decke oben.

Fleischpreise im freien Fall: Aldi und Norma senken Hackfleisch drastisch

Preise für Schweine- und Rindfleisch in deutschen Supermärkten stürzen ab

Discounter wie Aldi Süd und Norma haben die Preise für Hackfleisch, Koteletts und Wurstwaren drastisch gesenkt. Die Preissenkungen folgen einem breiteren Trend sinkender Milchpreise – Butter kostet mittlerweile weniger als 1 Euro pro 250 Gramm.

Den Anfang machte die Butter, deren Preis unter die 1-Euro-Marke für eine 250-Gramm-Packung fiel. Es folgten deutliche Rabatte bei Schweinefleisch: Aldi Süd bietet nun eine 800-Gramm-Packung Schweinehack für 3,79 Euro an, auch Schweineschnitzel, Koteletts und Gulasch wurden günstiger. Norma hat die Preise für Schweinekoteletts, Minute-Steaks und Rindfleischprodukte wie 500 Gramm Rinderhack von 6,49 Euro auf 6,19 Euro reduziert.

Allein innerhalb einer Woche sind die Schweinefleischpreise um 10 Prozent eingebrochen. Laut der Erzeugergemeinschaft für Vieh und Fleisch (VEZG) liegt der Preis pro Kilogramm Schlachtgewicht bei nur noch 1,45 Euro. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) warnt, dass dieser Preisdruck die Umstrukturierung in der Schweinehaltung beschleunigen werde – viele kleine Betriebe müssten schließen oder sich zusammenschließen. Die Folgen sind bereits in der Fleischverarbeitung spürbar: Die EWN Wurstspezialitäten GmbH & Co. KG stellt ihr Werk in Britz ein, 500 Arbeitsplätze fallen weg. Auch Vion schließt seinen Rindfleisch-Zerlegebetrieb in Hilden, wodurch rund 160 Mitarbeiter betroffen sind. Die sinkenden Einzelhandelspreise drücken die Margen bei Schlachthöfen, Verarbeitern und Verpackungsfirmen – viele versuchen, durch weitere Kostensenkungen gegenzusteuern.

Die Preisschlachten treffen die gesamte Fleischbranche. Während Supermärkte und Discounter die Ersparnisse an die Verbraucher weitergeben, geraten Erzeuger und Verarbeiter unter Druck. Mit fortschreitendem Preiswettbewerb sind weitere Werksschließungen und Stellenstreichungen zu erwarten.